
Konrad Eigenheer
Titelbild
Aareebene zwischen Altreu (links) und Büren a.A. (rechts), fotographiert von der Hasenmatt, Gemeinde Selzach, 1444 m ü.M.
Adresse des Verfassers
Konrad Eigenheer
Hofmatt 115
4582 Brügglen
e-mail: konrad@eigenheer.ch
Brügglen, 29. Oktober 2002
Libellen gehören zu den schönsten, auffälligsten und beliebtesten Insekten. Wer kennt sie nicht von Weihern oder Seen? Doch besiedeln sie nicht nur Stehgewässer. Fliessgewässer haben auch ihre typischen Libellen, die Artenzahl ist aber im Normalfall deutlich geringer. Dem Naturfreund sind hier sicher schon die fast schmetterlingshaft herumfliegenden Prachtlibellen Calopteryx aufgefallen. Es gibt aber noch Fliessgewässer, die eine erstaunlich hohe Artenzahl aufweisen können, wie der vorliegende Bericht zeigt.
Das Untersuchungsgebiet (UG) beinhaltet den Aarelauf zwischen Büren a.A. ab der Holzbrücke bis zum Stauwehr bei Rothrist. Auf dieser Strecke durchfliesst die Aare die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Die untersuchte Flussstrecke beträgt 54 km. In Luftlinie sind Anfang und Ende 42,8 km entfernt. Die höchste Stelle in Büren a.A. liegt auf 427 m ü.M. Die niedrigste beim Stauwehr in Rothrist auf 398 m. Die Flussbreite beträgt durchschnittlich etwa 100 m. Es sind vier Flusskraftwerke vorhanden: Riedholz, Bannwil, Wynau, Rothrist (siehe Tabelle 5 Seite 42). Stillgewässer die vom Aarelauf abgeschnitten sind sowie zufliessende Gewässer, auch kurz vor der Mündung, wurden nicht berücksichtigt.
Die Fliessgeschwindigkeit ist zwischen Büren a.A. und dem ersten Flusskraftwerk in Riedholz sehr träge. Der Flusslauf ist hier stellenweise sehr geschwungen. In den Uferbereichen sind da und dort sehr langsam fliessende Stellen mit einer Fliessgeschwindigkeit von wenigen cm pro Sekunde vorhanden. Kleinflächig können diese sogar einen stehenden Eindruck vermitteln. Ab dem Kraftwerk Riedholz ist die durchschnittliche Fliessgeschwindigkeit deutlich höher und Stellen mit sehr langsamer Fliessgeschwindigkeit viel seltener. Die Ausbildung von submerser Vegetation ist im erstgenannten Bereich viel häufiger und kann stellenweise an der Wasseroberfläche ausgedehte Pflanzenteppiche bilden. Diese werden vor allem durch die Wasserpest Elodea canadensis gebildet. Die grössten Teppiche können weit über 1000 Quadrameter gross sein, kommen an den jeweiligen Stellen aber nicht alle Jahre vor. Die Ufer sind grossenteils mit Blockwurf verbaut. Natürliche Ufer sind aber doch noch an einigen Stellen vorhanden. Buhnen sind praktisch nirgens gebaut worden.
Ausgewertet wurden alle notierten eigenen Beobachtungen zwischen 1992 und 2001. Die Beobachtungsintensität in der zehnjährigen Untersuchungsperiode ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausgefallen (siehe Tab. 1).
Tabelle
1:
Erstmals wurde ich 1985 auf die Aare als Libellenbiotop aufmerksam, als mein Kollege Thomas Schwaller (Laupersdorf, damals Luterbach) in Zuchwil am Emmenspitz auf einem 30 Meter langen Uferabschnitt 290 Exuvien von Gomphus vulgatissimus fand. 1992 fing ich dann an, die Aare gründlicher nach dieser schönen Libelle abzusuchen. Ich machte während der ersten Jahre nur gelegentliche Beobachtungsgänge, fand dann aber "nebenbei" immer mehr andere Arten. Ende der neunziger Jahre entschloss ich mich dann, irgendwann mal meine diesbezüglichen Beobachtungen zu publizieren und verstärkte meine Beobachtungstätigkeit. Die meiste Zeit ging es mir nur darum, das Vorkommen und die Häufigkeit der verschiedenen Arten zu belegen. In den letzten beiden Jahren fing ich dann auch noch an, Notizen über ökologische Aspekte zu machen, insbesondere was das Eiablagesubstrat der verschiedenen Arten betrifft.
Die beste Möglichkeit den Nachweis zu erbringen, ob sich eine Libelle in einem Gewässer vollständig entwickeln kann (oder konnte), ist die Suche nach Exuvien. Die Exuvie ist die zurückbleibende Larvenhaut nach dem Schlüpfen der fertigen Libelle. Leider bietet auch ein Exuvienfund gerade an Fliessgewässern nicht immer eine 100%ige Gewähr für eine erfolgreiche Entwickling am Fundort. Folgende Umstände könnten die Ursache sein:
- Die Exuvie von einer flussaufwärts geschlüpften Libelle wurde am Ufer angespült.
- Ein paar Meter neben einem Fliessgewässer befindet sich ein Stehgewässer, von wo sich eine Libellenlarve entfernt hat, um einen geeigneten Schlupfort zu suchen.
- Kinder entdecken irgendwo zufällig eine Exuvie, nehmen sie mit und lassen sie dann an einem anderen Ort wieder fallen.
- Ein kleines Fliessgewässer mündet in einen Fluss. Eine Libelle wandert kurz vor der Verwandlung in den Mündungsbereich und schlüpft dann am Flussufer oder sie wird als Larve in den Fluss verdriftet und schafft es, sich dort noch fertig zu entwickeln.
Die Gefahr von Fehlinterpretationen bei solchen Vorkommnissen besteht allerdings nur bei Funden von Einzelexemplaren einer sonst am betreffenden Gewässer nicht oder nur selten erscheinenden Art. Die Möglichkeit des Verdriftens einer Exuvie lässt sich dann ausschliessen, wenn die Exuvie fest im Schlüpfsubstrat verankert ist.
Die Exuvien wurden in unmittelbarer Ufernähe gesucht. Flussseitig wurden alle ohne Boot erreichbaren möglichen Schlupfstandorte inspiziert, landseitig ein Streifen von ca. 1-2 Meter ab Uferlinie. Es können landseitig auch noch weiter entfernt Exuvien erwartet werden, der zusätzliche Aufwand um diese ausfindig zu machen, ist aber sehr hoch.
Beobachtungen von fliegenden Libellen bedeuten noch lange nicht, dass sie sich an dem betreffenden Gewässer auch entwickeln. Das Ablegen von Eiern an einem Fluss ist erst ein Indiz von Bodenständigkeit. Wenn es sich aber für die Art um einen suboptimalen Gewässerabschnitt handelt, kann die Sterblichkeit der Eier oder Larven auf 100% steigen. Deshalb wurden Beobachtungen von Eiablageverhalten nicht als sichere Bodenständigkeit gewertet. Es kann gesagt werden, dass je häufiger eine Libelle an einem Gewässer erscheint, desto sicherer ist, dass sie sich hier auch entwickeln kann. Von allen im Beobachtungsgebiet häufigen Arten wurden auch Exuvien gefunden.
Die männlichen Imagines konnten praktisch immer (ausgenommen Heidelibellen Sympetrum) - wenn es die Beobachtungsumstände zuliessen – von blossem Auge, mit Feldstecher oder Fernrohr bestimmt werden. Ein Feldstecher war bei jeder Begehung dabei, das Fernrohr eher selten. Dieses war nur in Flussabschnitten mit bis an die Oberfläche reichenden Wasserpflanzen hilfreich (flutend oder stehend). So konnten selbst Kleinlibellen (nicht nur Prachtlibellen Calopteryx) bei guten Lichtverhältnissen teilweise noch bis über 20 m Distanz bestimmt werden. Bei Arten, wo die Weibchen in der Färbung stark vom Männchen abweichen und anderen Arten ähnlich sehen, wurden die weiblichen Tiere nur notiert, wenn diese im Tandem oder Paarungsrad mit einem Männchen beobachtet wurden. Zu diesen Arten gehören Coenagrion puella, Enallagma cyathigerum, Cercion lindenii, Erythromma najas und viridulum, Orthetrum cancellatum. Es gibt noch weitere Arten im Gebiet, deren Weibchen (von mir) nicht ohne weiteres auf Anhieb bestimmt werden können. Entweder wurden keine solchen Weibchen gesichtet oder dann gelegentlich in der Hand bestimmt (Sympetrum striolatum und vulgatum). Das Fangnetz wurde selten eingesetzt und praktisch nur dort, wo Heidelibellen Sympetrum vorkamen. Als Bestimmungsliteratur benutzte ich, wo notwendig, BELLMANN (1987).
Die Exuvien konnten meist nicht an Ort bestimmt werden. Nur gerade bei drei Arten war mir eine Bestimmung bis auf Artniveau von blossem Auge am Fundort möglich: Calopteryx splendens, Gomphus vulgatissimus und Ophiogomphus cecilia. Calopteryx splendens hat eine Zwillingsart, die im schweizerischen Mittelland vorkommt und deren Exuvie von blossem Auge nicht von C. splendens zu unterscheiden ist. Es handelt sich um C. virgo, welche ich im UG nur einmal beobachten konnte. Deshalb verzichtete ich darauf, jede Exuvie genau zu untersuchen. Einzig ein paar Stichproben machte ich zuhause. Calopteryx virgo lebt an kleineren, kühleren und schneller fliessenden Gewässern als C. splendens. Auch Gomphus vulgatissimus hat eine sehr ähnliche Zwillingsart, Gomphus simillimus, welche als Exuvien nicht leicht von einander zu unterscheiden sind. Diese Art ist in der Schweiz nur vom Rhein zwischen Schaffhausen und Basel bekannt. Ihre Exuvie besitzt u.a. ein etwas schmaleres neuntes Hinterleibssegment als G. vulgatissimus. Dieses Merkmal wurde bei jeder gefundenen Exuvie von G. vulgatissimus am Fundort überprüft und bei verdächtigen Tieren wurde die Exuvie zuhause untersucht. Ophiogomphus cecilia schliesslich konnte als Exuvie im Feld leicht bestimmt werden. Der Seltenheit halber wurden die Exuvien dennoch mitgenommen. Alle Exuvien, welche ich nicht mitnahm, vernichtete ich an Ort und Stelle, um Doppelzählungen bei späteren Beobachtungsgängen zu vermeiden. Alle anderen Exuvien wurden zuhause unter einem Stereomikroskop mit einer ca. 20-40 fachen Vergrösserung bestimmt. Als Bestimmungsliteratur diente anfangs BELLMANN (1987), später HEIDEMANN & SEIDENBUSCH (1993).
Als Beobachtungsorte wurden unterschiedlich lange Flussabschnitte ausgewählt, die bis auf wenige Ausnahmen innerhalb des jeweiligen km-Quadrates gemäss Koordinatennetz liegen. Beginn und Ende eines Abschnittes fallen oft mit auffälligen örtlichen Gegebenheiten zusammen wie Bachmündungen, Gehölzgruppen oder Wegen. Damit die selben Abschnitte später leichter wieder aufgefunden werden können. In manchen Fällen wurde als Grenze auch nur der Verlauf einer Kilometer-Koordinate oder Gemeindegrenze gesetzt, die mit Hilfe des GPS-Systems (Global Position System) jederzeit bestimmt werden kann mit einer Genauigkeit von +/- 7 m bei meinem Gerät. Da der Aarelauf nicht komplett inventarisiert wurde, wurden pro Km-Quadrat nur die besten Abschnitte ausgewählt. Jeder so eingeteilte Abschnitt bekam eine Koordinate zugewiesen, die möglichst das Zentrum des Abschnittes darstellt. Alle Abschnitte beinhalten jeweils nur eine einufrige Strecke. Falls das gegenüberliegende Ufer auch inventarisiert wurde, wurde dieses als neuer Beobachtungsort festgehalten. Dies war wichtig, da die beiden Ufer des Aarelaufes meist stark abweichende Häufigkeiten der Libellen aufweisen. Zudem bildet die Aare oft eine Gemeinde- oder Kantonsgrenze und die Beobachtungsorte konnten so auf eine Gemeinde fixiert werden.
Für jede im UG beobachtete Art wurde ein Artkapitel erstellt das folgende Angaben enthält:
Eine Verbreitungskarte, welche grobe Häufigkeitskategorien der Exuvien sowie der Imagines wiedergibt. Dies ermöglicht auf einen Blick eine Unterscheidung von geeigneten und weniger geeigneten Abschnitten des Aarelaufs für die betreffende Art.
Dabei gilt für die Häufigkeitsklasse:
Exuvien Alle während eines Jahres im betreffenden Kilometerquadrat gesammelten Exuvien. Berücksichtigt wurde das Jahr mit der höchsten Anzahl.
Imagines Die höchste während eines Jahres festgestellte Anzahl geflügelter Tiere (reife, unreife, schlüpfende). Bei Kilometerquadraten mit mehreren Beobachtungsorten, sind die jeweiligen Höchstzahlen pro Jahr summiert. Berücksichtigt wurde das Jahr mit der höchsten Summe.
Enthält eine Zusammenfassung der Angaben vom Schweizer Libellenatlas: MAIBACH & MEIER (1987).
Zusammenfassung meiner Daten.
Eine Einschätzung über die Bodenständigkeit.
Angaben über Beobachtungen von Fortplfanzungsaktivitäten und übrigem Verhalten, wo vorhanden. Bei der Angabe des Eiablagesubstrates wurde nicht unterschieden zwischen Eiablageversuch und erfolgreicher Eiablage, da nicht kontrolliert wurde, ob Eier erfolgreich im Substrat abgelegt wurden.

Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Vor allem im Mittelland und Jura weit verbreitet und stellenweise häufig. |
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Lebensraum: |
Hauptsächlich an grösseren Flüssen und Kanälen. Entwicklung wurde noch nie an Stehgewässern nachgewiesen. |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Bei C. splendens handelt es sich um die häufigste Art; zumindest was die Imagines betrifft. Die Larven werden auf kleineren Abschnitten von einigen hundert Metern zahlenmässig von Gomphus vulgatissimus sicher noch übertroffen. Während der Hauptflugzeit ist sie an fast jedem Flussabschnitt zu beobachten. Einzig an beidseitig bis ans Ufer bewaldeten Abschnitten kann sie über mehrere Hundert Meter fehlen. An den besten Tagen kann man sie an geeigneten Stellen zu Hunderten entdecken. Sie ist die Charakterart des UG.
Autochthoniestatus
Sicher bodenständig
ökologie
Als Eiablagesubstrat bevorzugt die Art submerse Vegetation.
Vor allem Wasserpest Elodea canadensis und Ähriges Tausendblatt Myriophyllum
spicatum, aber auch Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, Schwanenblume
Butomus umbellatus, Seggen Carex und angeschwemmtes oder hängengebliebenes totes
Pflanzenmaterial. Die Eiablage erfolgt allein (ohne angekoppeltes Männchen) an
der Wasseroberfläche, manchmal auch untergetaucht, indem sie am Eiablagesubstrat
(bei Schwanenblume beobachtet) nach unten krabbelt.
Noch nicht geschlechtsreife Tiere sowie geschlechtsreife, nicht territoriale
Imagines halten sich gerne in der näheren Umgebung der Aare auf. Sie können dort
zum Teil in grossen Mengen in angrenzender landwirtschaftlich genutzter Fläche
angetroffen werden. Sie bevorzugen die höchsten Stellen der jeweiligen
Vegetation, die sie zur Ansitzjagd nutzen. So können sie relativ leicht
ausgezählt werden. Die Weibchen sind dabei wegen ihrer unauffälligen Färbung
aber schwieriger zu entdecken. Die grösste Ansammlung entlang des Aareufers,
einerseits an der Aare selbst sowie in der angrenzenden Landwirtschaftszone,
beobachtete ich am 5.7.1998 in Arch wo auf einer ca. 420 m langen Strecke (nur
rechtes Ufer) 1635 Exemplare gezählt wurden. Die effektive Zahl dürfte noch
einiges höher gewesen sein, da nebst den 1540 beobachteten Männchen nur gerade
95 der unscheinbar gefärbten Weibchen gezählt wurden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Hauptsächlich Ebene und Jura |
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Lebensraum: |
Kleinere, wenig beschattete Fliessgewässer mit kühlem, sauberem Wasser |
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Status: |
Bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Nur ein Fund eines Männchens in Boningen am 14.6.2001
Autochthoniestatus
Nicht autochthon. Beim einzigen Fund handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um ein zugewandertes Tier (bei Fulenbach, 5 km entfernt, hat es eine grosse Population gemäss mündl. Mitteilung von Georg Artmann).
ökologie
Das Tier hielt sich wenige Meter vom Ufer entfernt in lockerem Gebüsch auf, vergesellschaftet mit Calopteryx splendens.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
In der ganzen Schweiz besonders in der Ebene weit verbreitet und häufig |
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Lebensraum: |
Hauptsächlich an Weihern und Teichen, gelegentlich an Fliessgewässern mit schwacher Strömung |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Lokal an einigen, meist langsam fliessenden Stellen, in kleiner Anzahl.
Autochthoniestatus
Erfolgreiche Entwicklung ist gesichert. Die langfristige Bodenständigkeit ist möglich.
ökologie
Achtmal konnten Tandems festgestellt werden. Einmal beobachtete ich ein Paar bei der Eiablage auf einer Silberweide Salix alba beim Inseli in Altreu. Im Gegensatz zu den anderen Libellen halten sich die Tiere meist im Gehölz auf, wo sie auch die Eier ablegen (in übers Wasser hängenden Weichhölzern, besonders Weiden Salix).
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Vor allem im Mittelland und Voralpengebiet in tieferen Lagen häufig |
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Lebensraum: |
Hauptsächlich an grösseren Stehgewässern und langsam fliessenden Flüssen und Kanälen |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Ziemlich häufig, fehlt nirgens über grössere Strecken. Am häufigsten in den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil.
Autochthoniestatus
Sicher autochthon
ökologie
Die Eiablage konnte verschiedentlich beobachtet werden. Als Eiablagesubstrat wurde beobachetet: Insbesondere Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum, Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, Schwanenblume Butomus umbellatus, angeschwemmtes Pflanzenmaterial. Daneben auch Wasserpest Elodea canadensis und im Wasser schwimmendes Holz.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
In der ganzen Schweiz häufig |
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Lebensraum: |
In Steh- und langsam fliessenden Gewässern |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Selten. Nur vier Beobachtungen.
Autochthoniestatus
Es konnten keine Anzeichen auf Autochthonie festgestellt werden. Eine zumindest gelegentliche Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden.
ökologie
Es konnten keine Fortpflanzungsaktivitäten beobachtet werden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Sehr häufig vor allem in den niederen Lagen der ganzen Schweiz |
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Lebensraum: |
In Steh- und langsam fliessenden Gewässern |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Verbreitet aber nirgens in grosser Zahl. Hauptsächlich in den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil.
Autochthoniestatus
Sicher autochthon. Es konnten aber recht wenige Fortpflanzungsnachweise erbracht werden.
ökologie
Mehrmals konnten Paarungsräder beobachtet werden und nur zweimal die Eiablage (Substrat wurde nicht notiert).
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Weit verbreitet und vor allem in der Ebene häufig |
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Lebensraum: |
Verschiedenste Stehgewässer |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Häufig zwischen Arch und Solothurn, sonst verbreitet aber meist in geringer Zahl.
Autochthoniestatus
Sicher autochthon
ökologie
Tandems und Paarungsräder wurden recht häufig festgestellt. Die Eiablage wurde aber selten beobachtet. Als Eiablagesubstrat wurde einmal Wasserpest Elodea canadensis notiert.
Die Männchen halten sich mit Vorliebe über der Wasseroberfläche auf, wo sie knapp über dem Wasser herumpatroullieren.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Sehr häufig vor allem in tieferen Lagen |
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Lebensraum: |
An verschiedensten Stehgewässern und manchmal auch an ruhigen Wasserläufen |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Selten. Nur lokal und in meist geringer Anzahl.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon. Eine mindestens gelegentliche Entwicklung ist denkbar.
ökologie
Es wurden achtmal Tandems notiert, davon vier Paare bei der Eiablage.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Spärlich verbreitet in den tieferen Lagen |
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Lebensraum: |
In Seen und grösseren Weihern. Im Süden auch an langsam fliessenden Gewässern |
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Status: |
Stark bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Häufig zwischen Büren a.A. und Zuchwil. Sonst lokal recht häufig. Aufgrund des Schweizer Libellenatlas hätte man die Art an der Aare eher nicht erwarten können. Trotzdem ist sie hier die zweithäufigste Kleinlibellenart.
Autochthoniestatus
Sicher autochthon
ökologie
Fortpflanzungsaktivitäten wurden oft festgestellt. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich in Wasserpest Elodea canadensis, Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum und schmalblättriges Laichkraut Potamogeton. Daneben auch in Hornblatt Ceratophyllum demersum, Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, angeschwemmtes Pflanzenmaterial. Einmal tauchte ein Weibchen zur Eiablage an einer Schwanenblume Butomus umbellatus herab unter Wasser.
Die Männchen patroullieren gerne wie Enallagma cyathigerum dicht über der Wasseroberfläche, ruhen sich aber etwas häufiger aus als diese.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Wenig häufig. Vor allem in den tieferen Lagen im Mittelland und Jura |
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Lebensraum: |
Kleinseen, Altwässer und grössere Weiher |
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Status: |
Bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Ziemlich selten und fast nur zwischen Büren a.A. und Solothurn.
Autochthoniestatus
Mit drei Exuvienfunden konnte die Entwicklung nachgewiesen werden. Eine dauerhafte Autochthonie ist aber nicht sicher.
ökologie
Nur einmal konnte die Eiablage beobachtet werden. Die Eier wurden in Wasserpest Elodea canadensis abgelegt.
Die Männchen patroullieren gerne zusammen mit Cercion lindenii und Enallagma cyathigerum knapp über der Wasseroberfläche. Sie ruhen sich aber häufiger aus als die beiden anderen Arten. Besonders gerne suchen sie dabei Algenwatten auf.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
In tiefen Lagen zerstreut und lokal häufig |
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Lebensraum: |
Verschiedene Stehgewässer |
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Status: |
Bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Ziemlich selten. Hauptsächlich zwischen Büren a.A. und Solothurn.
Autochthoniestatus
Die erfolgreiche Entwicklung konnte nur einmal mit einem Exuvienfund belegt werden. Eine dauerhafte Autochthonie ist zweifelhaft.
ökologie
Die Eiablage konnte vier mal beobachtet werden. Dabei wurde einmal als Eiablagesubstrat Wasserpest Elodea canadensis notiert. Die Männchen verhalten sich ähnlich wie Erythromma najas.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Recht häufig in den tieferen Lagen |
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Lebensraum: |
Vor allem an Weihern |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Selten. Fehlt über grössere Strecken.
Autochthoniestatus
Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Eine zumindest gelegentliche Entwicklung scheint möglich.
ökologie
Es konnten weder Tandems noch eierlegende Weibchen beobachtet werden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Vor allem in den niederen Lagen überall häufig |
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Lebensraum: |
Verschiedenste Stehgewässer |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Lokal und selten.
Autochthoniestatus
Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Die Autochthonie scheint aber möglich.
ökologie
Es konnten keine Fortpflanzungsaktivitäten beobachtet werden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Weit verbreitet und bis in mittlere Lagen recht häufig |
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Lebensraum: |
An verschiedensten, meist grösseren Stehgewässern |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Lokal und selten
Autochthoniestatus
Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Die Autochthonie scheint aber möglich.
ökologie
Nur einmal konnte die Eiablage beobachtet werden. Das Tier legte die Eier in totes, im Wasser schwimmendes Holz ab.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Weit verbreitet und häufig bis in mittlere Lagen |
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Lebensraum: |
Kleinseen, Altwasser und Weiher |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
In den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil nicht selten aber stets in geringer Dichte, sonst nur lokal.
Autochthoniestatus
Eine mehr oder weniger regelmässige Entwicklung scheint mir möglich. Eine Exuvie konnte nur einmal gefunden werden. Diese lag aber lose am Ufer, was nicht auf eine 100%ige Entwicklung am betreffenden Ort schliessen lässt.
ökologie
Die Eiablage konnte elfmal beobachtet werden, wovon zweimal als Eiablagesubstrat Wasserpest Elodea canadensis notiert wurde.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Wenig häufig. Vor allem in den Flussniederungen des Mittellandes |
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Lebensraum: |
Flüsse und gelegentlich an Seeufern |
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Status: |
Stark bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Häufigste Grosslibelle. Besiedelt das UG praktisch lückenlos. In geeigneten Abschnitten können in manchen Jahren grosse Populationen festgestellt werden. Die grösste Population wurde an einem ca. 420 m langen Uferabschnitt bei Büren a.A. gefunden. Es wurden zwischen dem 20. und 28. Juni 1997 nicht weniger als 2063 Exuvien gesammelt. Dabei handelt es sich um einen der grössten bekannten Massenschlupfe in Europa (SUHLING & MÜLLER, 1996).
Autochthoniestatus
Sicher autochthon
ökologie
Die Imagines sind nur selten am Gewässer zu entdecken. Nach dem Schlüpfen entfernen sie sich weit weg vom Schlupfort, wo sie die Reifezeit (präreproduktive Phase) verbringen. An der Aare selbst konnten nur fünfmal geschlechtsreife Tiere bestimmt werden. Dies gelingt praktisch nur dann, wenn man Tiere entdeckt, die sich am Ufer niedergelassen haben. Die Männchen lauern dort auf Beute oder Weibchen. Die Männchen machen auch häufig Patroullienflüge knapp über der Wasseroberfläche meist weit weg vom Ufer und sind so wegen Verwechslungsgefahr mit anderen Flussjungfern Gomphiden kaum zu bestimmen. Im Gegensatz zu den geschlechtsreifen Imagines konnten öfters frisch geschlüpfte oder schlüpfende Imagines beobachtet werden, die ihren Jungfernflug noch nicht angetreten haben. Bei schlechtem Wetter kann sich der Jungfernflug wahrscheinlich über mehrere Tage verzögern. So wurden an einem Tag mit leichtem Regen (24.6.1995) in einer Schlechtwetterperiode auf einer ca. 120 Meter langen Strecke bei Büren a.A. 51 Imagines am Ufer (bis 3 m vom Wasser enfernt) gezählt. Einige waren bereits an den Vortagen geschlüpft, andere befanden sich noch im Schlupfakt. Manche Exemplare sahen bereits ziemlich ausgefärbt aus. Nebst den Imagines wurden dort gleichzeitig 151 Exuvien gezählt. Die Tiere schlüpfen also auch bei ungünstigem Wetter, wenn sie nicht zum Jungfernflug starten können. Sie sind so einerseits einem hohen Prädationsrisiko ausgesetzt und andererseits besteht die Gefahr des Verhungerns bzw. Verdurstens, wenn das schlechte Wetter zu lange andauert (SUHLING & MÜLLER, 1996).
Die Eiablage konnte nie sicher festgestellt werden, da diese weit weg vom Ufer stattfindet und die Weibchen aus dieser Distanz nicht von anderen Gomphiden zu unterscheiden sind. Die Eier werden dabei in Klumpen auf der Wasseroberfläche abgestreift. Ein sicherer Eiablagenachweis ist nur möglich, wenn man die Weibchen zuvor in Ufernähe beobachten kann, während sie aus ihrem Hinterleibsende die Eier herauspressen.
Auf den ca. 5 km entfernten Jurahöhen konnten mehrmals Imagines während der präreproduktiven Phase beobachtet werden. Die meisten wurden auf der Hasenmatt, Gemeinde Selzach, um 1400 m ü.M. (Gipfel 1444 m) beobachtet. Bis zu vier Individuen wurden hier gleichzeitig gezählt (am 21.7.1996). Die Hasenmatt ist der bisher höchste Fundort der Art in der Schweiz (CSCF per e-mail). SUHLING & MÜLLER (1996) geben als höchsten Fundort im gesamten Verbreitungsgebiet 1340 m an. Ausflüge auf die Jurahöhen scheinen sich aber nicht nur auf die präreproduktive Phase zu beschränken, sondern kommen wahrscheinlich auch während der postreproduktiven Phase vor. Darauf deutet ein Fund auf der Hasenmatt am 31. August 1997 hin (siehe Abbildung 6 Seite 44). Dabei handelt es sich um einen sehr späten Fund. Auf den Jurahöhen finden sie bessere Nahrungsgründe vor als im intensiv genutzten Mittelland. Dafür haben sie wegen der häufigen Bewölkung mit klimatischen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Spärlich an einigen Flüssen der Deutschschweiz. |
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Lebensraum: |
Flüsse in den Niederungen |
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Status: |
Vom Aussterben bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Ziemlich selten, am regelmässigsten zwischen Flumenthal und Aarwangen. Exuvienfunde sind stets auf wenige Exemplare beschränkt. Imagines konnten nur beim Kraftwerk Wynau beobachtet werden.
Autochthoniestatus
Sicher autochthon
ökologie
Trotz der gelegentlichen Exuvienfunden konnten Imagines erst im Jahr 2000 und nur an einem Fundort beobachtet werden. An diesem sonnenbeschienenen, verbauten Südufer zeigten sich aber erstaunlicherweise bis zu fünf adulte Männchen auf ca. 30 Meter Uferlänge. Meistens setzten sie sich unmittelbar an der Uferlinie auf die Lauer nach Beute oder Weibchen. Zwischendurch patroullierten sie in reissendem Flug knapp über dem Wasser weit ab vom Ufer. Den Tieren war so nur noch schwer mit dem Fernglas zu folgen.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Spärlich im Mittelland, Jura und Voralpen. Im Tessin lebt die Unterart O. forcipatus unguiculatus. |
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Lebensraum: |
Flüsse und brandungszonen von Seeufern |
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Status: |
Stark bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur eine Beobachtung eines adulten Männchens am 19.8.2000 beim Kraftwerk Wynau.
Autochthoniestatus
Es konnte kein Nachweis für eine Entwicklung erbracht werden. Diese würde ich aber als möglich erachten.
ökologie
Das Tier hielt sich vergesellschaftet mit Ophiogomphus cecilia am sonnenbeschienen Ufer auf.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Wenig häufig. Vor allem in der Deutschschweiz. Bis in höhere Lagen. |
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Lebensraum: |
Kleine Gewässer wie Rinnsale, Quellablüsse oder Tümpelchen |
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Status: |
Bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur ein Fund einer Exuvie.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon.
ökologie
Die Exuvie befand sich am Aareufeer unweit der Mündung eines kleinen Bächleins. Es ist anzunehmen, dass das Tier entweder beim Suchen eines geeigneten Schlupfortes vom Bächlein ans Aareufer gelangte oder als Larve bis in die Aare verdriftet wurde und sich noch fertig entwickeln konnte.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Weit verbreitet und recht häufig |
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Lebensraum: |
An grösseren Stehgewässern und Kanälen |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Verbreitet aber nur in geringer Anzahl zwischen Büren a.A. und Solothurn, sonst nur bei der Vogelraupfi Bannwil.
Autochthoniestatus
Der Autochthonienachweis konnte bei Altreu und Bellach erbracht werden. Eine dauerhafte Bodenständigkeit ist unsicher.
ökologie
Bei beiden Exuvien-Fundorten handelt es sich um einige Meter breite, durch künstliche Inseln abgetrennte Seitenarme mit langsamer Fliessgeschwindigkeit. Die Eiablage konnte nicht beobachtet werden.
Die Männchen patroullieren mehr oder weniger hastig dem Ufer entlang, sind an den Uferabschnitten ohne vorgelagerte Inseln meist nur kurz zu sehen.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Weit verbreitet und sehr häufig |
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Lebensraum: |
Stehgewässer aller Art, hauptsächlich grössere. |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur ein Fundort bei Altreu.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon. Mindestens zeitweise erfolgreiche Entwicklungen wären aber denkbar.
ökologie
Beim einzigen Fundort handelt es sich um ein schilfbestandenes Auengebiet.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Vor allem im Mittelland zerstreut. Wenig häufig |
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Lebensraum: |
Grössere Stehgewässer und gelegentlich Kanäle |
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Status: |
Stark bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Selten. Nur drei Fundorte.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon. Mindestens zeitweise erfolgreiche Entwicklungen sind aber wahrscheinlich.
ökologie
Die Art konnte zweimal an schilfbestandenen Ufern und einmal im neu entstandenen Auengebiet bei Boningen (ohne Schilf Phragmites australis) beobachtet werden, wo im Jahr 2001 gleichzeit drei Männchen ihr Revier bezogen hatten (im Folgejahr waren es dort vier Männchen).
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Häufig in den tieferen Lagen |
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Lebensraum: |
Grössere Stehgewässer |
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Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Verbreitet, aber nicht häufig zwischen Büren a.A. und Zuchwil, sonst nur lokal.
Autochthoniestatus
Es konnte kein Autochthonienachweis erbracht werden. Eine erfolgreiche Entwicklung erachte ich aber als möglich.
ökologie
Nebst drei Paarungsrädern konnte zwei mal die Eiablage (bei Rüti b.B.) beobachtet werden. Die Männchen patroullieren gerne über der Wasserfläche an ihren bevorzugten Stellen (besonders mit flutender Vegetation), wo sie kaum zu übersehen sind.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Zerstreut und wenig häufig. Vor allem in den wärmeren Gebieten des Mittellandes |
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Lebensraum: |
Weiher, Altarme und Kleinseen |
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Status: |
Vermehrungsgast |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur ein Fund bei Rüti b.B.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon
ökologie
Das Tier zeigte sich nur kurz über ausgedehnten Pflanzenteppichen (vor allem Wasserpest Elodea canadensis).
Verbreitung Schweiz
|
Gebiet: |
Weit verbreitet und häufig vor allem in den niederen Lagen |
|
Lebensraum: |
Verschiedenste Stehgewässer, Gräben und Kanäle |
|
Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur zwei Fundorte bei Altreu.
Autochthoniestatus
Nicht autochthon. Eine mindestens gelegentliche erfolgreiche Entwicklung ist aber möglich.
ökologie
Die Eiablage konnte einmal an einem schmalen, durch eine Insel abgetrennten Seitenarm beobachtet werden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Vor allem bis in mittlere Lagen verbreitet und häufig |
|
Lebensraum: |
An verschiedensten Stehgewässern, Gräben und Kanälen |
|
Status: |
Nicht bedroht |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Ziemlich selten und lokal.
Autochthoniestatus
Eine erfolgreiche Entwicklung konnte bei Arch und Feldbrunnen belegt werden. Ob die Art aber dauerhaft autochthon ist, ist unsicher.
ökologie
Die Eiablage konnte zweimal bei Boningen im neu entstandenen Auengebiet beobachtet werden.
Verbreitung Schweiz
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Gebiet: |
Verbreitet aber wenig häufig |
|
Lebensraum: |
Stehgewässer von Tümpel bis Kleinsee |
|
Status: |
Wanderer, Vermehrungsgast |
Verbreitung und Häufigkeit im UG
Sehr selten. Nur ein Fund am 15.5.2001 bei der Vogelraupfi Bannwil
Autochthoniestatus
Nicht autochthon
ökologie
Das beobachtete Tier hielt sich am Ufer im Gras auf.
Hier wird eine Übersicht pro Art über die jahreszeitliche Häufigkeit gegeben. Arten mit nur wenigen Beobachtungen wurden bei den Diagrammen weggelassen. Das Ergebnis hängt nicht nur vom jahreszeitlichen Auftreten der Art ab, sondern auch von der Häufigkeit meiner Beobachtungsgänge. Vor allem ausserhalb der Hauptflugzeit der meisten Arten sind die Beobachtungsgänge untervertreten. So befand sich bis und mit dem Jahr 2000 noch keine einzige Beobachtung des Monats Mai in meinem Archiv, was ich dann im folgenden Jahr ausbesserte. Erwartungsgemäss gelangen aber nur wenige Funde.
Bei den Imagines ist die in jeder Pentade festgestellte maximale Anzahl Tiere pro Beobachtungsort und Jahr summiert. Das heisst, wenn in einer Pentade des selben Jahres in einem Beobachtungsgebiet mehr als eine Begehung stattfand, wurde die Begehung mit der grössten Anzahl gewertet.
Bei den Exuvien wurden alle summiert, da Doppelzählungen durch Einsammeln oder Vernichten der Exuvien vermieden wurden. Das Sammeldatum der Exuvien entspricht aber in vielen Fällen nicht dem Schlüpfdatum der Libellen, die Phänologieangaben der Exuvien sind deshalb entsprechend zu interpretieren. Die Exuvien können unter Umständen recht lange liegen bleiben. Ich habe Fälle beobachtet, wo die Exuvie bereits durch Wellenschlag fortgespült wurde, bevor die Libelle ihren Jungfernflug antreten konnte. In krassem Gegensatz dazu kommt es vor, dass Exuvien mehrere Monate in bis auf die Art bestimmbarem Zustand überdauern. Eine Ansammlung von solchen Exuvien verfolgte ich an einem Bootsanlegeplatz in Arch, wo ich einen Teil der Exuvien absichtlich nicht einsammelte, um die Dauerhaftigkeit zu überprüfen. Mehrere Exuvien von Calopteryx splendens überdauerten dort bis mindestens im Mai des nächsten Jahres. Eine Exuvie von Cercion lindenii entnahm ich noch am 12. November, solange sie noch bestimmbar war. Dieser Ort war von Wind und Wetter nur schwach geschützt. Die Exuvien konnten nur so lange überdauern, weil sie durch Spinnennetze fixiert wurden. Für die Phänolgie-Uebersicht wurden diese Exuvien nicht berücksichtigt.
Die in den folgenden Diagrammen dargestellten Pentaden entsprechen jeweils 5-Tages-Abschnitten (1.-5., 6.-10., 11.-15., 16.-20., 21.-25., 26.-31.), wobei die letzte Pentade je nach Monat auch 6 Tage beinhalten kann.
















Calopteryx splendens 3.6. 14.10.
Calopteryx virgo 14.6. 14.6.
Lestes viridis 24.7. 28.10.
Platycnemis pennipes 3.6. 14.9.
Pyrrhosoma nymphula 17.5. 14.6.
Ischnura elegans 17.5. 23.9.
Enallagma cyathigerum 24.5. 14.9.
Coenagrion puella 17.5. 27.7.
Cercion lindenii 26.6. 29.9.
Erythromma najas 5.7. 12.8.
Erythromma viridulum 17.7. 7.9.
Aeshna mixta 16.8. 28.9.
Aeshna cyanea 22.8. 28.9.
Aeshna grandis 22.7. 28.9.
Anax imperator 6.6. 24.8.
Gomphus vulgatissimus 21.5. 9.8.
Ophiogomphus cecilia 17.6. 5.9.
Onychogomphus forcipatus 19.8. 19.8.
Thecagaster bidentata 17.6. -
Somatochlora metallica 2.7. 26.8.
Libellula quadrimaculata 25.5. 24.6.
Libellula fulva 14.6. 4.8.
Orthetrum cancellatum 17.5. 18.8.
Crocothemis erythraea 1.8. 1.8.
Sympetrum vulgatum 14.9. 25.10.
Sympetrum striolatum 9.8. 3.11.
Sympetrum fonscolombii 15.5. 15.5.
Für die früheste Beobachtung wurden Exuvien sowie Imagines berücksichtigt, für die späteste nur noch Imagines.
Als Schlüpfstandorte wurden vor allem der Blockwurf (Uferbefestigung), die Ufervegetation und Bootsbefestigungsanlagen festgestellt. Wo die Wasservegetation über die Wasseroberfläche hinausragt, wird auch diese öfters als Schlupfstandort benutzt (besonders vertikale Strukturen, z.B. Schwanenblume Butomus umbellatus). Die Exuvien dieser Tiere konnten aber nur in Ausnahmefällen gesammelt werden. Exuvien wurden ab und zu auch an Spinnennetzen gefunden (G. vulgatissimus, C. splendens u.a.), wo sie vermutlich erfolgreich geschlüpft sind. Die ergiebigsten Fundorte für Exuvien der Kleinlibellen waren, wo vorhanden, Bootsbefestigungsanlagen. Diese werden von den Kleinlibellen als Schlüpfstandort rege benützt. Zugleich sind sie dort gut sichtbar und deshalb leicht auffindbar. Von den Grosslibellen konnte ich an den Bootsbefestigunslagen nur gerade eine Exuvie finden (Sympetrum striolatum). Diese Anlagen werden offenbar von den Grosslibellen gemieden. Im Blockwurf oder in der Ufervegetation sind Kleinlibellenexuvien recht schwierig zu finden. Calopteryx splendens macht hier wegen Ihrer Grösse eine Ausnahme. Im Vergleich zur Häufigkeit der Imagines wurde aber trotzdem nur eine geringe Zahl Exuvien gefunden.
Die Aare weist im Untersuchungsgebiet, was Fliessgewässer betrifft, im schweizerischen Vergleich eine äusserst grosse Artenvielfalt und –dichte auf. Von keinem anderen eigentlichen Fliessgewässer in der Schweiz kenne ich weder aus eigener Erfahrung noch von anderen Libellenkundlern oder aus der Literatur eine so grosse Abundanz verschiedener Libellenarten wie hier. Dies ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass die Fliessgeschwindigkeit ziemlich langsam ist und andererseits das Wasser milde Temperaturen aufweist, da es aus dem Bielersee abfliesst. Die geschwungene Form des Flussbetts trägt das seine dazu bei, dass Stellen mit sehr unterschiedlicher Fliessgeschwindigkeit sich auf kleinem Raum abwechseln können und so das gleichzeitige Auftreten von Libellen mit verschiedenen Ansprüchen ermöglichen.
Ermöglicht wird die reichhaltige Libellenfauna aber erst durch die Wasservegetation, welche an den langsam fliessenden Abschnitten am ehesten auftritt. Erst wenn die submerse Vegetation bis an die Wasseroberfläche wächst, ermöglicht sie denjenigen Libellenarten die Fortpflanzung, die ihre Eier endophytisch (in Pflanzen) ablegen. Solche Pflanzen können einerseits an der Wasseroberfläche Teppiche bilden wie im Falle von Wasserpest Elodea canadensis, Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum, Hornblatt Ceratophyllum demersum, Laichkräuter Potamogeton und Algen (in Verbindung mit vorigen Arten) oder sie bieten andererseits vertikale Strukturen wie Schwanenblume Butomus umbellatus oder die Blütenstände vom Glänzenden Laichkraut Potamogeton lucens. Andere, unmittelbar am Ufer wachsende Pflanzen wie Igelkolben Sparganium, Schilf Phragmites australis und andere Gräser können ebenfalls als Eiablagesubstrat dienen sowie auch angeschwemmtes, hängengebliebenes Pflanzenmaterial. Sehr wichtig für solche, mit geeigneter Vegetation ausgestatteten Stellen ist die Sonneneinstrahlung. Durch hohe Ufervegetation beschattete Abschnitte werden von den Libellen meistens gemieden. Optimale Eiablageorte kommen nicht alle Jahre an den selben Stellen vor und dort wo sie vorhanden sind, oft erst im Verlauf des Sommers. Viele Libellen suchen diese günstigen Bereiche jeweils aktiv auf.
Ein Teil der jeweils anwesenden Libellen dürfte auf Zuwanderung von Stehgewässern zurückzuführen sein, was von Art zu Art aber sehr unterschiedlich ausfallen dürfte. Es ist schwer abzuschätzen, wie viele aus "eigener Produktion" stammen und wie viele zugewandert sind. Zu den Arten, die sich auch ohne stetige Zuwanderung von aussen halten können, gehören bestimmt Calopteryx splendens, Platycnemis pennipes, Cercion lindenii und Gomphus vulgatissimus, wahrscheinlich auch Enallagma cyathigerum und Ophiogomphus cecilia.
Gomphus vulgatissimus hat im UG im Vergleich zu anderen Ländern in Mitteleuropa eine spätere Flugzeit. Suhling & Müller (1996) schreiben: "Der Schlupf beginnt in Mitteleuropa früh im Jahr, je nach Wetterlage Ende April bis Mitte Mai und dauert nur wenige Wochen. (...) Die Flugperiode ist kurz. Spätestens Ende Juni fliegen meist keine Tiere mehr". In Sternberg & Buchwald (2000) wird die Hauptflugzeit mit Mitte Mai bis Mitte Juni angegeben: Die Beobachtungen im UG schliessen auf eine deutlich spätere Flugzeit. Der Schlupf beginnt Ende Mai und hat Mitte bis Ende Juni die grösste Intensität. Die wenigen beobachteten reifen Tiere wurden wie folgt festgestellt: 30.6. 1 Ind., 25.7. 2 Ind., 26.7. 2 Ind., 9.8. 1 Ind.
Die Libellen können im UG durch folgende Massnahmen gefördert werden:
Ø Stehenlassen der Wasservegetation (diese ist besonders in der Nähe von Bootsanlegeplätzen gefährdet)
Ø Vermeiden von hohem Wellenschlag durch Schiffe
Ø Regelmässiges Auslichten der Ufervegetation insbesondere in Abschnitten mit Wasservegetation
Die Gewässerverschmutzung scheint in der heutigen Zeit für die Libellengemeinschaft im UG kein Problem mehr zu sein.
René Hoess (Bern) kontrollierte einige meiner Bestimmungen von Kleinlibellenexuvien. Simon Capt vom CSCF, Neuchâtel hat mir Auskünfte über Gomphus vulgatissimus erteilt. Martina Eggenschwiler hat mich bei meinen Exkursionen oft begleitet und viel Geduld und Interesse gezeigt und zudem mein Manuskript begutachtet.
BELLMANN, H. (1987): Libellen, beobachten – bestimmen. Neumann-Neudamm
HEIDEMANN, H., SEIDENBUSCH, R. (1993): Die Libellenlarven Deutschlands und Frankreichs, Handbuch für Exuviensammler. Verlag Erna Bauer, Keltern
MAIBACH, A. & C. MEIER (1987): Verbreitungsatlas der Libellen der Schweiz (Odonata). CSCF, Centre suisse de cartographie de la faune, Neuchâtel
STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2. Ulmer, Stuttgart
SUHLING, F. & O. MÜLLER (1996): Die Flussjungfern Europas. Die Neue Brehm-Bücherei 628, Westarp Wissenschaften, Magdeburg
Tabelle 2: Wichtigste Häufigkeitsangaben im Artenvergleich
|
|
Exuvien |
Imagines |
|||||
|
Art |
Total |
Max. pro Jahr |
Max. pro KmQ und Jahr |
Anzahl KmQ mit Nachweis |
Max. pro Jahr |
Max. pro KmQ und Jahr |
Anzahl KmQ mit Eiablage |
|
Calopteryx splendens |
350 |
117 |
77 |
33 |
3427 |
1635 |
14 |
|
Calopteryx virgo virgo |
0 |
0 |
0 |
0 |
1 |
1 |
0 |
|
Lestes viridis |
1 |
1 |
1 |
1 |
17 |
7 |
1 |
|
Platycnemis pennipes |
35 |
24 |
11 |
7 |
134 |
35 |
13 |
|
Pyrrhosoma nymphula |
0 |
0 |
0 |
0 |
3 |
1 |
0 |
|
Ischnura elegans |
8 |
5 |
4 |
5 |
56 |
13 |
2 |
|
Enallagma cyathigerum |
42 |
36 |
21 |
8 |
161 |
30 |
2 |
|
Coenagrion puella |
0 |
0 |
0 |
0 |
29 |
23 |
2 |
|
Cercion lindenii |
121 |
59 |
31 |
15 |
388 |
103 |
23 |
|
Erythromma najas |
4 |
2 |
1 |
4 |
18 |
12 |
1 |
|
Erythromma viridulum |
1 |
1 |
1 |
1 |
14 |
12 |
4 |
|
Aeshna mixta |
0 |
0 |
0 |
0 |
6 |
4 |
0 |
|
Aeshna cyanea |
0 |
0 |
0 |
0 |
5 |
2 |
0 |
|
Aeshna grandis |
0 |
0 |
0 |
0 |
5 |
4 |
1 |
|
Anax imperator |
1 |
1 |
1 |
1 |
15 |
5 |
8 |
|
Gomphus vulgatissimus |
4479 |
2225 |
2063 |
54 |
82 |
51 |
0 |
|
Ophiogomphus cecilia |
19 |
9 |
5 |
9 |
5 |
5 |
0 |
|
Onychogomphus forcipatus |
0 |
0 |
0 |
0 |
1 |
1 |
0 |
|
Thecagaster bidentata |
1 |
1 |
1 |
1 |
0 |
0 |
0 |
|
Somatochlora metallica |
3 |
2 |
2 |
2 |
11 |
5 |
0 |
|
Libellula quadrimaculata |
0 |
0 |
0 |
0 |
5 |
5 |
0 |
|
Libellula fulva |
0 |
0 |
0 |
0 |
3 |
3 |
0 |
|
Orthetrum cancellatum |
0 |
0 |
0 |
0 |
20 |
6 |
1 |
|
Crocothemis erythraea |
0 |
0 |
0 |
0 |
1 |
1 |
0 |
|
Sympetrum vulgatum |
0 |
0 |
0 |
0 |
2 |
2 |
1 |
|
Sympetrum striolatum |
2 |
2 |
1 |
2 |
9 |
7 |
1 |
|
Sympetrum fonscolombii |
0 |
0 |
0 |
0 |
1 |
1 |
0 |
Tabelle 3: Anzahl Exkursionen mit Libellennachweisen pro Km-Quadrat

Tabelle 4: Anzahl beobachtete Arten pro Km-Quadrat

Graue Flächen sind Km-Quadrate, die von der Aare durchflossen werden.
Tabelle 5: Standorte der Kraftwerke


Abbildung 1
Rüti b.Büren,
1.8.2000
Grosser Pflanzen-
teppich gebildet
durch Wasserpest
Elodea canadensis

Biberist,
26.8.2000
Häufigste Wasser-
Pflanzen auf dem
Bild: Wasserpest
Elodea canadensis,
Schwanenblume
Butomus umbellatus
Abbildung 3
Bellach, 6.7.2000
Kleinlibelle beim
Schlupfakt an
Spinnennetz
(die Exuvie
konnte nicht gesam-
melt und bestimmt
werden)

Abbildung 4
Arch, 31.7.2001
Wasserplfanzen-
bestand im Vorder-
grund vorallem
gebildet aus
Wasserpest
Elodea canadensis
und Schwanenblume
Butomus umbellaus

Abbildung 5
Arch, 30.7.2000
Ausschnitt von Abb. 4
(Vordergrund), Erytromma
najas frischgeschlüpft auf
Schwanenblume Butomus
umbellaus. Unterhalb der
Libelle ist die Exuvie zu
sehen.

Abbildung 6
Hasenmatt, 1400 m ü.M.,
Gemeinde Selzach,
31.8.1997
Gomphus vulgatissimus
auf Gelbem Enzian
Gentiana lutea
Nachtrag vom 25. Februar 2004
Seit dem Erscheinen des Berichtes sind folgende Libellenarten zusätzlich nachgewiesen worden:
Kleine Königslibelle Anax parthenope
Südlicher Blaupfeil Orhetrum brunneum