Die Libellen an der Aare
zwischen Büren a.A. und Rothrist
(Schweiz)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konrad Eigenheer

 

 

Titelbild

 

Aareebene zwischen Altreu (links) und Büren a.A. (rechts), fotographiert von der Hasenmatt, Gemeinde Selzach, 1444 m ü.M.

 

 

 

 

 

 

Adresse des Verfassers

 

Konrad Eigenheer

Hofmatt 115

4582 Brügglen

 

e-mail: konrad@eigenheer.ch

 

 

 

 

Brügglen, 29. Oktober 2002

 

 

 

Die Libellen an der Aare zwischen Büren a.A. und Rothrist (Schweiz)

1.      Einleitung

Libellen gehören zu den schönsten, auffälligsten und beliebtesten Insekten. Wer kennt sie nicht von Weihern oder Seen? Doch besiedeln sie nicht nur Stehgewässer. Fliessgewässer haben auch ihre typischen Libellen, die Artenzahl ist aber im Normalfall deutlich geringer. Dem Naturfreund sind hier sicher schon die fast schmetterlingshaft herumfliegenden Prachtlibellen Calopteryx aufgefallen. Es gibt aber noch Fliessgewässer, die eine erstaunlich hohe Artenzahl aufweisen können, wie der vorliegende Bericht zeigt.

2.      Das Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet (UG) beinhaltet den Aarelauf zwischen Büren a.A. ab der Holzbrücke bis zum Stauwehr bei Rothrist. Auf dieser Strecke durchfliesst die Aare die Kantone Bern, Solothurn und Aargau. Die untersuchte Flussstrecke beträgt 54 km. In Luftlinie sind Anfang und Ende 42,8 km entfernt. Die höchste Stelle in Büren a.A. liegt auf 427 m ü.M. Die niedrigste beim Stauwehr in Rothrist auf 398 m. Die Flussbreite beträgt durchschnittlich etwa 100 m. Es sind vier Flusskraftwerke vorhanden: Riedholz, Bannwil, Wynau, Rothrist (siehe Tabelle 5 Seite 42). Stillgewässer die vom Aarelauf abgeschnitten sind sowie zufliessende Gewässer, auch kurz vor der Mündung, wurden nicht berücksichtigt.

 

Die Fliessgeschwindigkeit ist zwischen Büren a.A. und dem ersten Flusskraftwerk in Riedholz sehr träge. Der Flusslauf ist hier stellenweise sehr geschwungen. In den Uferbereichen sind da und dort sehr langsam fliessende Stellen mit einer Fliessgeschwindigkeit von wenigen cm pro Sekunde vorhanden. Kleinflächig können diese sogar einen stehenden Eindruck vermitteln. Ab dem Kraftwerk Riedholz ist die durchschnittliche Fliessgeschwindigkeit deutlich höher und Stellen mit sehr langsamer Fliessgeschwindigkeit viel seltener. Die Ausbildung von submerser Vegetation ist im erstgenannten Bereich viel häufiger und kann stellenweise an der Wasseroberfläche ausgedehte Pflanzenteppiche bilden. Diese werden vor allem durch die Wasserpest Elodea canadensis gebildet. Die grössten Teppiche können weit über 1000 Quadrameter gross sein, kommen an den jeweiligen Stellen aber nicht alle Jahre vor. Die Ufer sind grossenteils mit Blockwurf verbaut. Natürliche Ufer sind aber doch noch an einigen Stellen vorhanden. Buhnen sind praktisch nirgens gebaut worden.

3.      Material und Methode

Ausgewertet wurden alle notierten eigenen Beobachtungen zwischen 1992 und 2001. Die Beobachtungsintensität in der zehnjährigen Untersuchungsperiode ist von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausgefallen (siehe Tab. 1).

 

Tabelle 1:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstmals wurde ich 1985 auf die Aare als Libellenbiotop aufmerksam, als mein Kollege Thomas Schwaller (Laupersdorf, damals Luterbach) in Zuchwil am Emmenspitz auf einem 30 Meter langen Uferabschnitt 290 Exuvien von Gomphus vulgatissimus fand. 1992 fing ich dann an, die Aare gründlicher nach dieser schönen Libelle abzusuchen. Ich machte während der ersten Jahre nur gelegentliche Beobachtungsgänge, fand dann aber "nebenbei" immer mehr andere Arten. Ende der neunziger Jahre entschloss ich mich dann, irgendwann mal meine diesbezüglichen Beo­bachtungen zu publizieren und verstärkte meine Beobachtungstätigkeit. Die meiste Zeit ging es mir nur darum, das Vorkommen und die Häufigkeit der verschiedenen Arten zu belegen. In den letzten beiden Jahren fing ich dann auch noch an, Notizen über ökologische Aspekte zu machen, insbesondere was das Eiablagesubstrat der verschiedenen Arten betrifft.

3.1.           Exuviennachweise

Die beste Möglichkeit den Nachweis zu erbringen, ob sich eine Libelle in einem Gewässer vollständig entwickeln kann (oder konnte), ist die Suche nach Exuvien. Die Exuvie ist die zurückbleibende Larvenhaut nach dem Schlüpfen der fertigen Libelle. Leider bietet auch ein Exuvienfund gerade an Fliessgewässern nicht immer eine 100%ige Gewähr für eine erfolgreiche Entwickling am Fundort. Folgende Umstände könnten die Ursache sein:

-        Die Exuvie von einer flussaufwärts geschlüpften Libelle wurde am Ufer angespült.

-        Ein paar Meter neben einem Fliessgewässer befindet sich ein Stehgewässer, von wo sich eine Libellenlarve entfernt hat, um einen geeigneten Schlupfort zu suchen.

-        Kinder entdecken irgendwo zufällig eine Exuvie, nehmen sie mit und lassen sie dann an einem anderen Ort wieder fallen.

-        Ein kleines Fliessgewässer mündet in einen Fluss. Eine Libelle wandert kurz vor der Verwandlung in den Mündungsbereich und schlüpft dann am Flussufer oder sie wird als Larve in den Fluss verdriftet und schafft es, sich dort noch fertig zu entwickeln.

 

Die Gefahr von Fehlinterpretationen bei solchen Vorkommnissen besteht allerdings nur bei Funden von Einzelexemplaren einer sonst am betreffenden Gewässer nicht oder nur selten erscheinenden Art. Die Möglichkeit des Verdriftens einer Exuvie lässt sich dann ausschliessen, wenn die Exuvie fest im Schlüpfsubstrat verankert ist.

 

Die Exuvien wurden in unmittelbarer Ufernähe gesucht. Flussseitig wurden alle ohne Boot erreichbaren möglichen Schlupfstandorte inspiziert, landseitig ein Streifen von ca. 1-2 Meter ab Uferlinie. Es können landseitig auch noch weiter entfernt Exuvien erwartet werden, der zusätzliche Aufwand um diese ausfindig zu machen, ist aber sehr hoch.

3.2.           Nachweise von Imagines

Beobachtungen von fliegenden Libellen bedeuten noch lange nicht, dass sie sich an dem betreffenden Gewässer auch entwickeln. Das Ablegen von Eiern an einem Fluss ist erst ein Indiz von Bodenständigkeit. Wenn es sich aber für die Art um einen suboptimalen Gewässerabschnitt handelt, kann die Sterblichkeit der Eier oder Larven auf 100% steigen. Deshalb wurden Beobachtungen von Eiablageverhalten nicht als sichere Bodenständigkeit gewertet. Es kann gesagt werden, dass je häufiger eine Libelle an einem Gewässer erscheint, desto sicherer ist, dass sie sich hier auch entwickeln kann. Von allen im Beobachtungsgebiet häufigen Arten wurden auch Exuvien gefunden.

3.3.           Artbestimmung

Imagines

Die männlichen Imagines konnten praktisch immer (ausgenommen Heidelibellen Sympetrum) - wenn es die Beobachtungsumstände zuliessen – von blossem Auge, mit Feldstecher oder Fernrohr bestimmt werden. Ein Feldstecher war bei jeder Begehung dabei, das Fernrohr eher selten. Dieses war nur in Flussabschnitten mit bis an die Oberfläche reichenden Wasserpflanzen hilfreich (flutend oder stehend). So konnten selbst Kleinlibellen (nicht nur Prachtlibellen Calopteryx) bei guten Lichtverhältnissen teilweise noch bis über 20 m Distanz bestimmt werden. Bei Arten, wo die Weibchen in der Färbung stark vom Männchen abweichen und anderen Arten ähnlich sehen, wurden die weiblichen Tiere nur notiert, wenn diese im Tandem oder Paarungsrad mit einem Männchen beobachtet wurden. Zu diesen Arten gehören Coenagrion puella, Enallagma cyathigerum, Cercion lindenii, Erythromma najas und viridulum, Orthetrum cancellatum. Es gibt noch weitere Arten im Gebiet, deren Weibchen (von mir) nicht ohne weiteres auf Anhieb bestimmt werden können. Entweder wurden keine solchen Weibchen gesichtet oder dann gelegentlich in der Hand bestimmt (Sympetrum striolatum und vulgatum). Das Fangnetz wurde selten eingesetzt und praktisch nur dort, wo Heidelibellen Sympetrum vorkamen. Als Bestimmungsliteratur benutzte ich, wo notwendig, BELLMANN (1987).

Exuvien

Die Exuvien konnten meist nicht an Ort bestimmt werden. Nur gerade bei drei Arten war mir eine Bestimmung bis auf Artniveau von blossem Auge am Fundort möglich: Calopteryx splendens, Gomphus vulgatissimus und Ophiogomphus cecilia. Calopteryx splendens hat eine Zwillingsart, die im schweizerischen Mittelland vorkommt und deren Exuvie von blossem Auge nicht von C. splendens zu unterscheiden ist. Es handelt sich um C. virgo, welche ich im UG nur einmal beobachten konnte. Deshalb verzichtete ich darauf, jede Exuvie genau zu untersuchen. Einzig ein paar Stichproben machte ich zuhause. Calopteryx virgo lebt an kleineren, kühleren und schneller fliessenden Gewässern als C. splendens. Auch Gomphus vulgatissimus hat eine sehr ähnliche Zwillingsart, Gomphus simillimus, welche als Exuvien nicht leicht von einander zu unterscheiden sind. Diese Art ist in der Schweiz nur vom Rhein zwischen Schaffhausen und Basel bekannt. Ihre Exuvie besitzt u.a. ein etwas schmaleres neuntes Hinterleibssegment als G. vulgatissimus. Dieses Merkmal wurde bei jeder gefundenen Exuvie von G. vulgatissimus am Fundort überprüft und bei verdächtigen Tieren wurde die Exuvie zuhause untersucht. Ophiogomphus cecilia schliesslich konnte als Exuvie im Feld leicht bestimmt werden. Der Seltenheit halber wurden die Exuvien dennoch mitgenommen. Alle Exuvien, welche ich nicht mitnahm, vernichtete ich an Ort und Stelle, um Doppelzählungen bei späteren Beobachtungsgängen zu vermeiden. Alle anderen Exuvien wurden zuhause unter einem Stereomikroskop mit einer ca. 20-40 fachen Vergrösserung bestimmt. Als Bestimmungsliteratur diente anfangs BELLMANN (1987), später HEIDEMANN & SEIDENBUSCH (1993).

3.4.           Gebietsunterteilung

Als Beobachtungsorte wurden unterschiedlich lange Flussabschnitte ausgewählt, die bis auf wenige Ausnahmen innerhalb des jeweiligen km-Quadrates gemäss Koordinatennetz liegen. Beginn und Ende eines Abschnittes fallen oft mit auffälligen örtlichen Gegebenheiten zusammen wie Bachmündungen, Gehölzgruppen oder Wegen. Damit die selben Abschnitte später leichter wieder aufgefunden werden können. In manchen Fällen wurde als Grenze auch nur der Verlauf einer Kilometer-Koordinate oder Gemeindegrenze gesetzt, die mit Hilfe des GPS-Systems (Global Position System) jederzeit bestimmt werden kann mit einer Genauigkeit von +/- 7 m bei meinem Gerät. Da der Aarelauf nicht komplett inventarisiert wurde, wurden pro Km-Quadrat nur die besten Abschnitte ausgewählt. Jeder so eingeteilte Abschnitt bekam eine Koordinate zugewiesen, die möglichst das Zentrum des Abschnittes darstellt. Alle Abschnitte beinhalten jeweils nur eine einufrige Strecke. Falls das gegenüberliegende Ufer auch inventarisiert wurde, wurde dieses als neuer Beobachtungsort festgehalten. Dies war wichtig, da die beiden Ufer des Aarelaufes meist stark abweichende Häufigkeiten der Libellen aufweisen. Zudem bildet die Aare oft eine Gemeinde- oder Kantonsgrenze und die Beobachtungsorte konnten so auf eine Gemeinde fixiert werden.

4.      Ergebnis

4.1.           Artkapitel

Für jede im UG beobachtete Art wurde ein Artkapitel erstellt das folgende Angaben enthält:

Artkarten

Eine Verbreitungskarte, welche grobe Häufigkeitskategorien der Exuvien sowie der Imagines wiedergibt. Dies ermöglicht auf einen Blick eine Unterscheidung von geeigneten und weniger geeigneten Abschnitten des Aarelaufs für die betreffende Art.

 

Dabei gilt für die Häufigkeitsklasse:

 

Exuvien           Alle während eines Jahres im betreffenden Kilometerquadrat gesammelten Exuvien. Berücksichtigt wurde das Jahr mit der höchsten Anzahl.

 

Imagines         Die höchste während eines Jahres festgestellte Anzahl geflügelter Tiere (reife, unreife, schlüpfende). Bei Kilometerquadraten mit mehreren Beobachtungsorten, sind die jeweiligen Höchstzahlen pro Jahr summiert. Berücksichtigt wurde das Jahr mit der höchsten Summe.

Verbreitung Schweiz

Enthält eine Zusammenfassung der Angaben vom Schweizer Libellenatlas: MAIBACH & MEIER (1987).

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Zusammenfassung meiner Daten.

Autochthoniestatus

Eine Einschätzung über die Bodenständigkeit.

Ökologie

Angaben über Beobachtungen von Fortplfanzungsaktivitäten und übrigem Verhalten, wo vorhanden. Bei der Angabe des Eiablagesubstrates wurde nicht unterschieden zwischen Eiablageversuch und erfolgreicher Eiablage, da nicht kontrolliert wurde, ob Eier erfolgreich im Substrat abgelegt wurden.

 

 

Calopteryx splendens (Gebänderte Prachtlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Vor allem im Mittelland und Jura weit verbreitet und stellenweise häufig.

Lebensraum:

Hauptsächlich an grösseren Flüssen und Kanälen. Entwicklung wurde noch nie an Stehgewässern nachgewiesen.

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Bei C. splendens handelt es sich um die häufigste Art; zumindest was die Imagines betrifft. Die Larven werden auf kleineren Abschnitten von einigen hundert Metern zahlenmässig von Gomphus vulgatissimus sicher noch übertroffen. Während der Hauptflugzeit ist sie an fast jedem Flussabschnitt zu beobachten. Einzig an beidseitig bis ans Ufer bewaldeten Abschnitten kann sie über mehrere Hundert Meter fehlen. An den besten Tagen kann man sie an geeigneten Stellen zu Hunderten entdecken. Sie ist die Charakterart des UG.

Autochthoniestatus

Sicher bodenständig

ökologie

Als Eiablagesubstrat bevorzugt die Art submerse Vegetation. Vor allem Wasserpest Elodea canadensis und Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum, aber auch Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, Schwanenblume Butomus umbellatus, Seggen Carex und angeschwemmtes oder hängengebliebenes totes Pflanzenmaterial. Die Eiablage erfolgt allein (ohne angekoppeltes Männchen) an der Wasseroberfläche, manchmal auch untergetaucht, indem sie am Eiablagesubstrat (bei Schwanenblume beobachtet) nach unten krabbelt.

Noch nicht geschlechtsreife Tiere sowie geschlechtsreife, nicht territoriale Imagines halten sich gerne in der näheren Umgebung der Aare auf. Sie können dort zum Teil in grossen Mengen in angrenzender landwirtschaftlich genutzter Fläche angetroffen werden. Sie bevorzugen die höchsten Stellen der jeweiligen Vegetation, die sie zur Ansitzjagd nutzen. So können sie relativ leicht ausgezählt werden. Die Weibchen sind dabei wegen ihrer unauffälligen Färbung aber schwieriger zu entdecken. Die grösste Ansammlung entlang des Aareufers, einerseits an der Aare selbst sowie in der angrenzenden Landwirtschaftszone, beobachtete ich am 5.7.1998 in Arch wo auf einer ca. 420 m langen Strecke (nur rechtes Ufer) 1635 Exemplare gezählt wurden. Die effektive Zahl dürfte noch einiges höher gewesen sein, da nebst den 1540 beobachteten Männchen nur gerade 95 der unscheinbar gefärbten Weibchen gezählt wurden.

Calopteryx virgo virgo (Blauflügel-Prachtlibelle)

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Hauptsächlich Ebene und Jura

Lebensraum:

Kleinere, wenig beschattete Fliessgewässer mit kühlem, sauberem Wasser

Status:

Bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Nur ein Fund eines Männchens in Boningen am 14.6.2001

Autochthoniestatus

Nicht autochthon. Beim einzigen Fund handelt es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um ein zugewandertes Tier (bei Fulenbach, 5 km entfernt, hat es eine grosse Population gemäss mündl. Mitteilung von Georg Artmann).

ökologie

Das Tier hielt sich wenige Meter vom Ufer entfernt in lockerem Gebüsch auf, vergesellschaftet mit Calopteryx splendens.

Lestes viridis (Weidenjungfer)

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

In der ganzen Schweiz besonders in der Ebene weit verbreitet und häufig

Lebensraum:

Hauptsächlich an Weihern und Teichen, gelegentlich an Fliessgewässern mit schwacher Strömung

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Lokal an einigen, meist langsam fliessenden Stellen, in kleiner Anzahl.

Autochthoniestatus

Erfolgreiche Entwicklung ist gesichert. Die langfristige Bodenständigkeit ist möglich.

ökologie

Achtmal konnten Tandems festgestellt werden. Einmal beobachtete ich ein Paar bei der Eiablage auf einer Silberweide Salix alba beim Inseli in Altreu. Im Gegensatz zu den anderen Libellen halten sich die Tiere meist im Gehölz auf, wo sie auch die Eier ablegen (in übers Wasser hängenden Weichhölzern, besonders Weiden Salix).

Platycnemis pennipes (Federlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Vor allem im Mittelland und Voralpengebiet in tieferen Lagen häufig

Lebensraum:

Hauptsächlich an grösseren Stehgewässern und langsam fliessenden Flüssen und Kanälen

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Ziemlich häufig, fehlt nirgens über grössere Strecken. Am häufigsten in den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil.

Autochthoniestatus

Sicher autochthon

ökologie

Die Eiablage konnte verschiedentlich beobachtet werden. Als Eiablagesubstrat wurde beobachetet: Insbesondere Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum, Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, Schwanenblume Butomus umbellatus, angeschwemmtes Pflanzenmaterial. Daneben auch Wasserpest Elodea canadensis und im Wasser schwimmendes Holz.

Pyrrhosoma nymphula (Frühe Adonislibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

In der ganzen Schweiz häufig

Lebensraum:

In Steh- und langsam fliessenden Gewässern

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Selten. Nur vier Beobachtungen.

Autochthoniestatus

Es konnten keine Anzeichen auf Autochthonie festgestellt werden. Eine zumindest gelegentliche Entwicklung kann nicht ausgeschlossen werden.

ökologie

Es konnten keine Fortpflanzungsaktivitäten beobachtet werden. 

Ischnura elegans (Grosse Pechlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Sehr häufig vor allem in den niederen Lagen der ganzen Schweiz

Lebensraum:

In Steh- und langsam fliessenden Gewässern

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Verbreitet aber nirgens in grosser Zahl. Hauptsächlich in den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil.

Autochthoniestatus

Sicher autochthon. Es konnten aber recht wenige Fortpflanzungsnachweise erbracht werden.

ökologie

Mehrmals konnten Paarungsräder beobachtet werden und nur zweimal die Eiablage (Substrat wurde nicht notiert).

Enallagma cyathigerum (Becher-Azurjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und vor allem in der Ebene häufig

Lebensraum:

Verschiedenste Stehgewässer

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Häufig zwischen Arch und Solothurn, sonst verbreitet aber meist in geringer Zahl.

Autochthoniestatus

Sicher autochthon

ökologie

Tandems und Paarungsräder wurden recht häufig festgestellt. Die Eiablage wurde aber selten beobachtet. Als Eiablagesubstrat wurde einmal Wasserpest Elodea canadensis notiert.

 

Die Männchen halten sich mit Vorliebe über der Wasseroberfläche auf, wo sie knapp über dem Wasser herumpatroullieren.

Coenagrion puella (Hufeisen-Azurjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Sehr häufig vor allem in tieferen Lagen

Lebensraum:

An verschiedensten Stehgewässern und manchmal auch an ruhigen Wasserläufen

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Selten. Nur lokal und in meist geringer Anzahl.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon. Eine mindestens gelegentliche Entwicklung ist denkbar.

ökologie

Es wurden achtmal Tandems notiert, davon vier Paare bei der Eiablage.

Cercion lindenii (Pokal-Azurjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Spärlich verbreitet in den tieferen Lagen

Lebensraum:

In Seen und grösseren Weihern. Im Süden auch an langsam fliessenden Gewässern

Status:

Stark bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Häufig zwischen Büren a.A. und Zuchwil. Sonst lokal recht häufig. Aufgrund des Schweizer Libellenatlas hätte man die Art an der Aare eher nicht erwarten können. Trotzdem ist sie hier die zweithäufigste Kleinlibellenart.

Autochthoniestatus

Sicher autochthon

ökologie

Fortpflanzungsaktivitäten wurden oft festgestellt. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich in Wasserpest Elodea canadensis, Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum und schmalblättriges Laichkraut Potamogeton. Daneben auch in Hornblatt Ceratophyllum demersum, Glänzendes Laichkraut Potamogeton lucens, angeschwemmtes Pflanzenmaterial. Einmal tauchte ein Weibchen zur Eiablage an einer Schwanenblume Butomus umbellatus herab unter Wasser.

 

Die Männchen patroullieren gerne wie Enallagma cyathigerum dicht über der Wasseroberfläche, ruhen sich aber etwas häufiger aus als diese.

Erythromma najas (Grosses Granatauge)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Wenig häufig. Vor allem in den tieferen Lagen im Mittelland und Jura

Lebensraum:

Kleinseen, Altwässer und grössere Weiher

Status:

Bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Ziemlich selten und fast nur zwischen Büren a.A. und Solothurn.

Autochthoniestatus

Mit drei Exuvienfunden konnte die Entwicklung nachgewiesen werden. Eine dauerhafte Autochthonie ist aber nicht sicher.

ökologie

Nur einmal konnte die Eiablage beobachtet werden. Die Eier wurden in Wasserpest Elodea canadensis abgelegt.

 

Die Männchen patroullieren gerne zusammen mit Cercion lindenii und Enallagma cyathigerum knapp über der Wasseroberfläche. Sie ruhen sich aber häufiger aus als die beiden anderen Arten. Besonders gerne suchen sie dabei Algenwatten auf.

Erythromma viridulum (Kleines Granatauge)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

In tiefen Lagen zerstreut und lokal häufig

Lebensraum:

Verschiedene Stehgewässer

Status:

Bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Ziemlich selten. Hauptsächlich zwischen Büren a.A. und Solothurn.

Autochthoniestatus

Die erfolgreiche Entwicklung konnte nur einmal mit einem Exuvienfund belegt werden. Eine dauerhafte Autochthonie ist zweifelhaft.

ökologie

Die Eiablage konnte vier mal beobachtet werden. Dabei wurde einmal als Eiablagesubstrat Wasserpest Elodea canadensis notiert. Die Männchen verhalten sich ähnlich wie Erythromma najas.

Aeshna mixta (Herbstmosaikjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Recht häufig in den tieferen Lagen

Lebensraum:

Vor allem an Weihern

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Selten. Fehlt über grössere Strecken.

Autochthoniestatus

Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Eine zumindest gelegentliche Entwicklung scheint möglich.

ökologie

Es konnten weder Tandems noch eierlegende Weibchen beobachtet werden.

Aeshna cyanea (Blaugrüne Mosaikjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Vor allem in den niederen Lagen überall häufig

Lebensraum:

Verschiedenste Stehgewässer

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Lokal und selten.

Autochthoniestatus

Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Die Autochthonie scheint aber möglich.

ökologie

Es konnten keine Fortpflanzungsaktivitäten beobachtet werden.

Aeshna grandis (Braune Mosaikjungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und bis in mittlere Lagen recht häufig

Lebensraum:

An verschiedensten, meist grösseren Stehgewässern

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Lokal und selten

Autochthoniestatus

Es konnte kein Entwicklungsnachweis erbracht werden. Die Autochthonie scheint aber möglich.

ökologie

Nur einmal konnte die Eiablage beobachtet werden. Das Tier legte die Eier in totes, im Wasser schwimmendes Holz ab.

Anax imperator (Grosse Königslibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und häufig bis in mittlere Lagen

Lebensraum:

Kleinseen, Altwasser und Weiher

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

In den langsam fliessenden Abschnitten zwischen Büren a.A. und Zuchwil nicht selten aber stets in geringer Dichte, sonst nur lokal.

Autochthoniestatus

Eine mehr oder weniger regelmässige Entwicklung scheint mir möglich. Eine Exuvie konnte nur einmal gefunden werden. Diese lag aber lose am Ufer, was nicht auf eine 100%ige Entwicklung am betreffenden Ort schliessen lässt.

ökologie

Die Eiablage konnte elfmal beobachtet werden, wovon zweimal als Eiablagesubstrat Wasserpest Elodea canadensis notiert wurde.

Gomphus vulgatissimus (Gemeine Keiljungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Wenig häufig. Vor allem in den Flussniederungen des Mittellandes

Lebensraum:

Flüsse und gelegentlich an Seeufern

Status:

Stark bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Häufigste Grosslibelle. Besiedelt das UG praktisch lückenlos. In geeigneten Abschnitten können in manchen Jahren grosse Populationen festgestellt werden. Die grösste Population wurde an einem ca. 420 m langen Uferabschnitt bei Büren a.A. gefunden. Es wurden zwischen dem 20. und 28. Juni 1997 nicht weniger als 2063 Exuvien gesammelt. Dabei handelt es sich um einen der grössten bekannten Massenschlupfe in Europa (SUHLING & MÜLLER, 1996).

Autochthoniestatus

Sicher autochthon

ökologie

Die Imagines sind nur selten am Gewässer zu entdecken. Nach dem Schlüpfen entfernen sie sich weit weg vom Schlupfort, wo sie die Reifezeit (präreproduktive Phase) verbringen. An der Aare selbst konnten nur fünfmal geschlechtsreife Tiere bestimmt werden. Dies gelingt praktisch nur dann, wenn man Tiere entdeckt, die sich am Ufer niedergelassen haben. Die Männchen lauern dort auf Beute oder Weibchen. Die Männchen machen auch häufig Patroullienflüge knapp über der Wasseroberfläche meist weit weg vom Ufer und sind so wegen Verwechslungsgefahr mit anderen Flussjungfern Gomphiden kaum zu bestimmen. Im Gegensatz zu den geschlechtsreifen Imagines konnten öfters frisch geschlüpfte oder schlüpfende Imagines beobachtet werden, die ihren Jungfernflug noch nicht angetreten haben. Bei schlechtem Wetter kann sich der Jungfernflug wahrscheinlich über mehrere Tage verzögern. So wurden an einem Tag mit leichtem Regen (24.6.1995) in einer Schlechtwetterperiode auf einer ca. 120 Meter langen Strecke bei Büren a.A. 51 Imagines am Ufer (bis 3 m vom Wasser enfernt) gezählt. Einige waren bereits an den Vortagen geschlüpft, andere befanden sich noch im Schlupfakt. Manche Exemplare sahen bereits ziemlich ausgefärbt aus. Nebst den Imagines wurden dort gleichzeitig 151 Exuvien gezählt. Die Tiere schlüpfen also auch bei ungünstigem Wetter, wenn sie nicht zum Jungfernflug starten können. Sie sind so einerseits einem hohen Prädationsrisiko ausgesetzt und andererseits besteht die Gefahr des Verhungerns bzw. Verdurstens, wenn das schlechte Wetter zu lange andauert (SUHLING & MÜLLER, 1996).

 

Die Eiablage konnte nie sicher festgestellt werden, da diese weit weg vom Ufer stattfindet und die Weibchen aus dieser Distanz nicht von anderen Gomphiden zu unterscheiden sind. Die Eier werden dabei in Klumpen auf der Wasseroberfläche abgestreift. Ein sicherer Eiablagenachweis ist nur möglich, wenn man die Weibchen zuvor in Ufernähe beobachten kann, während sie aus ihrem Hinterleibsende die Eier herauspressen.

 

Auf den ca. 5 km entfernten Jurahöhen konnten mehrmals Imagines während der präreproduktiven Phase beobachtet werden. Die meisten wurden auf der Hasenmatt, Gemeinde Selzach, um 1400 m ü.M. (Gipfel 1444 m) beobachtet. Bis zu vier Individuen wurden hier gleichzeitig gezählt (am 21.7.1996). Die Hasenmatt ist der bisher höchste Fundort der Art in der Schweiz (CSCF per e-mail). SUHLING & MÜLLER (1996) geben als höchsten Fundort im gesamten Verbreitungsgebiet 1340 m an. Ausflüge auf die Jurahöhen scheinen sich aber nicht nur auf die präreproduktive Phase zu beschränken, sondern kommen wahrscheinlich auch während der postreproduktiven Phase vor. Darauf deutet ein Fund auf der Hasenmatt am 31. August 1997 hin (siehe Abbildung 6 Seite 44). Dabei handelt es sich um einen sehr späten Fund. Auf den Jurahöhen finden sie bessere Nahrungsgründe vor als im intensiv genutzten Mittelland. Dafür haben sie wegen der häufigen Bewölkung mit klimatischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Ophiogomphus cecilia (Grüne Keiljungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Spärlich an einigen Flüssen der Deutschschweiz.

Lebensraum:

Flüsse in den Niederungen

Status:

Vom Aussterben bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Ziemlich selten, am regelmässigsten zwischen Flumenthal und Aarwangen. Exuvienfunde sind stets auf wenige Exemplare beschränkt. Imagines konnten nur beim Kraftwerk Wynau beobachtet werden.

Autochthoniestatus

Sicher autochthon

ökologie

Trotz der gelegentlichen Exuvienfunden konnten Imagines erst im Jahr 2000 und nur an einem Fundort beobachtet werden. An diesem sonnenbeschienenen, verbauten Südufer zeigten sich aber erstaunlicherweise bis zu fünf adulte Männchen auf ca. 30 Meter Uferlänge. Meistens setzten sie sich unmittelbar an der Uferlinie auf die Lauer nach Beute oder Weibchen. Zwischendurch patroullierten sie in reissendem Flug knapp über dem Wasser weit ab vom Ufer. Den Tieren war so nur noch schwer mit dem Fernglas zu folgen.

Onychogomphus forcipatus forcipatus (Kleine Zangenlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Spärlich im Mittelland, Jura und Voralpen. Im Tessin lebt die Unterart O. forcipatus unguiculatus.

Lebensraum:

Flüsse und brandungszonen von Seeufern

Status:

Stark bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur eine Beobachtung eines adulten Männchens am 19.8.2000 beim Kraftwerk Wynau.

Autochthoniestatus

Es konnte kein Nachweis für eine Entwicklung erbracht werden. Diese würde ich aber als möglich erachten.

ökologie

Das Tier hielt sich vergesellschaftet mit Ophiogomphus cecilia am sonnenbeschienen Ufer auf.

Thecagaster bidentata (Gestreifte Quelljungfer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Wenig häufig. Vor allem in der Deutschschweiz. Bis in höhere Lagen.

Lebensraum:

Kleine Gewässer wie Rinnsale, Quellablüsse oder Tümpelchen

Status:

Bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur ein Fund einer Exuvie.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon.

ökologie

Die Exuvie befand sich am Aareufeer unweit der Mündung eines kleinen Bächleins. Es ist anzunehmen, dass das Tier entweder beim Suchen eines geeigneten Schlupfortes vom Bächlein ans Aareufer gelangte oder als Larve bis in die Aare verdriftet wurde und sich noch fertig entwickeln konnte.

Somatochlora metallica (Glänzende Smaragdlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und recht häufig

Lebensraum:

An grösseren Stehgewässern und Kanälen

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Verbreitet aber nur in geringer Anzahl zwischen Büren a.A. und Solothurn, sonst nur bei der Vogelraupfi Bannwil.

Autochthoniestatus

Der Autochthonienachweis konnte bei Altreu und Bellach erbracht werden. Eine dauerhafte Bodenständigkeit ist unsicher.

ökologie

Bei beiden Exuvien-Fundorten handelt es sich um einige Meter breite, durch künstliche Inseln abgetrennte Seitenarme mit langsamer Fliessgeschwindigkeit. Die Eiablage konnte nicht beobachtet werden.

 

Die Männchen patroullieren mehr oder weniger hastig dem Ufer entlang, sind an den Uferabschnitten ohne vorgelagerte Inseln meist nur kurz zu sehen.

Libellula quadrimaculata (Vierfleck)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und sehr häufig

Lebensraum:

Stehgewässer aller Art, hauptsächlich grössere.

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur ein Fundort bei Altreu.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon. Mindestens zeitweise erfolgreiche Entwicklungen wären aber denkbar.

ökologie

Beim einzigen Fundort handelt es sich um ein schilfbestandenes Auengebiet.

Libellula fulva (Spitzenfleck)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Vor allem im Mittelland zerstreut. Wenig häufig

Lebensraum:

Grössere Stehgewässer und gelegentlich Kanäle

Status:

Stark bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Selten. Nur drei Fundorte.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon. Mindestens zeitweise erfolgreiche Entwicklungen sind aber wahrscheinlich.

ökologie

Die Art konnte zweimal an schilfbestandenen Ufern und einmal im neu entstandenen Auengebiet bei Boningen (ohne Schilf Phragmites australis) beobachtet werden, wo im Jahr 2001 gleichzeit drei Männchen ihr Revier bezogen hatten (im Folgejahr waren es dort vier Männchen).

Orthetrum cancellatum (Grosser Blaupfeil)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Häufig in den tieferen Lagen

Lebensraum:

Grössere Stehgewässer

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Verbreitet, aber nicht häufig zwischen Büren a.A. und Zuchwil, sonst nur lokal.

Autochthoniestatus

Es konnte kein Autochthonienachweis erbracht werden. Eine erfolgreiche Entwicklung erachte ich aber als möglich.

ökologie

Nebst drei Paarungsrädern konnte zwei mal die Eiablage (bei Rüti b.B.) beobachtet werden. Die Männchen patroullieren gerne über der Wasserfläche an ihren bevorzugten Stellen (besonders mit flutender Vegetation), wo sie kaum zu übersehen sind.

Crocothemis erythraea (Feuerlibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Zerstreut und wenig häufig. Vor allem in den wärmeren Gebieten des Mittellandes

Lebensraum:

Weiher, Altarme und Kleinseen

Status:

Vermehrungsgast

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur ein Fund bei Rüti b.B.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon

ökologie

Das Tier zeigte sich nur kurz über ausgedehnten Pflanzenteppichen (vor allem Wasserpest Elodea canadensis).

Sympetrum vulgatum (Gemeine Heidelibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Weit verbreitet und häufig vor allem in den niederen Lagen

Lebensraum:

Verschiedenste Stehgewässer, Gräben und Kanäle

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur zwei Fundorte bei Altreu.

Autochthoniestatus

Nicht autochthon. Eine mindestens gelegentliche erfolgreiche Entwicklung ist aber möglich.

ökologie

Die Eiablage konnte einmal an einem schmalen, durch eine Insel abgetrennten Seitenarm beobachtet werden.

Sympetrum striolatum (Grosse Heidelibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Vor allem bis in mittlere Lagen verbreitet und häufig

Lebensraum:

An verschiedensten Stehgewässern, Gräben und Kanälen

Status:

Nicht bedroht

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Ziemlich selten und lokal.

Autochthoniestatus

Eine erfolgreiche Entwicklung konnte bei Arch und Feldbrunnen belegt werden. Ob die Art aber dauerhaft autochthon ist, ist unsicher.

ökologie

Die Eiablage konnte zweimal bei Boningen im neu entstandenen Auengebiet beobachtet werden.

Sympetrum fonscolombii (Frühe Heidelibelle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verbreitung Schweiz

Gebiet:

Verbreitet aber wenig häufig

Lebensraum:

Stehgewässer von Tümpel bis Kleinsee

Status:

Wanderer, Vermehrungsgast

Verbreitung und Häufigkeit im UG

Sehr selten. Nur ein Fund am 15.5.2001 bei der Vogelraupfi Bannwil

Autochthoniestatus

Nicht autochthon

ökologie

Das beobachtete Tier hielt sich am Ufer im Gras auf.

4.2.           Phänologie

Hier wird eine Übersicht pro Art über die jahreszeitliche Häufigkeit gegeben. Arten mit nur wenigen Beobachtungen wurden bei den Diagrammen weggelassen. Das Ergebnis hängt nicht nur vom jahreszeitlichen Auftreten der Art ab, sondern auch von der Häufigkeit meiner Beobachtungsgänge. Vor allem ausserhalb der Hauptflugzeit der meisten Arten sind die Beobachtungsgänge untervertreten. So befand sich bis und mit dem Jahr 2000 noch keine einzige Beobachtung des Monats Mai in meinem Archiv, was ich dann im folgenden Jahr ausbesserte. Erwartungsgemäss gelangen aber nur wenige Funde.

 

Bei den Imagines ist die in jeder Pentade festgestellte maximale Anzahl Tiere pro Beobachtungsort und Jahr summiert. Das heisst, wenn in einer Pentade des selben Jahres in einem Beobachtungsgebiet mehr als eine Begehung stattfand, wurde die Begehung mit der grössten Anzahl gewertet.

 

Bei den Exuvien wurden alle summiert, da Doppelzählungen durch Einsammeln oder Vernichten der Exuvien vermieden wurden. Das Sammeldatum der Exuvien entspricht aber in vielen Fällen nicht dem Schlüpfdatum der Libellen, die Phänologieangaben der Exuvien sind deshalb entsprechend zu interpretieren. Die Exuvien können unter Umständen recht lange liegen bleiben. Ich habe Fälle beobachtet, wo die Exuvie bereits durch Wellenschlag fortgespült wurde, bevor die Libelle ihren Jungfernflug antreten konnte. In krassem Gegensatz dazu kommt es vor, dass Exuvien mehrere Monate in bis auf die Art bestimmbarem Zustand überdauern. Eine Ansammlung von solchen Exuvien verfolgte ich an einem Bootsanlegeplatz in Arch, wo ich einen Teil der Exuvien absichtlich nicht einsammelte, um die Dauerhaftigkeit zu überprüfen. Mehrere Exuvien von Calopteryx splendens überdauerten dort bis mindestens im Mai des nächsten Jahres. Eine Exuvie von Cercion lindenii entnahm ich noch am 12. November, solange sie noch bestimmbar war. Dieser Ort war von Wind und Wetter nur schwach geschützt. Die Exuvien konnten nur so lange überdauern, weil sie durch Spinnennetze fixiert wurden. Für die Phänolgie-Uebersicht wurden diese Exuvien nicht berücksichtigt.

 

Die in den folgenden Diagrammen dargestellten Pentaden entsprechen jeweils 5-Tages-Abschnitten (1.-5., 6.-10., 11.-15., 16.-20., 21.-25., 26.-31.), wobei die letzte Pentade je nach Monat auch 6 Tage beinhalten kann.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Früheste und späteste Beobachtungen pro Art

 

Art                                             Früheste      Späteste

Calopteryx splendens               3.6.                14.10.

Calopteryx virgo                        14.6.              14.6.

Lestes viridis                            24.7.              28.10.

Platycnemis pennipes              3.6.                14.9.

Pyrrhosoma nymphula             17.5.              14.6.

Ischnura elegans                      17.5.              23.9.

Enallagma cyathigerum           24.5.              14.9.

Coenagrion puella                    17.5.              27.7.

Cercion lindenii                         26.6.              29.9.

Erythromma najas                    5.7.                12.8.

Erythromma viridulum              17.7.              7.9.

Aeshna mixta                            16.8.              28.9.

Aeshna cyanea                         22.8.              28.9.

Aeshna grandis                        22.7.              28.9.

Anax imperator                         6.6.                24.8.

Gomphus vulgatissimus          21.5.              9.8.

Ophiogomphus cecilia             17.6.              5.9.

Onychogomphus forcipatus     19.8.              19.8.

Thecagaster bidentata             17.6.              -

Somatochlora metallica           2.7.                26.8.

Libellula quadrimaculata           25.5.              24.6.

Libellula fulva                            14.6.              4.8.

Orthetrum cancellatum            17.5.              18.8.

Crocothemis erythraea            1.8.                1.8.

Sympetrum vulgatum               14.9.              25.10.

Sympetrum striolatum              9.8.                3.11.

Sympetrum fonscolombii         15.5.              15.5.

 

Für die früheste Beobachtung wurden Exuvien sowie Imagines berücksichtigt, für die späteste nur noch Imagines.

4.3.           Exuvienfundorte

Als Schlüpfstandorte wurden vor allem der Blockwurf (Uferbefestigung), die Ufervegetation und Bootsbefestigungsanlagen festgestellt. Wo die Wasservegetation über die Wasseroberfläche hinausragt, wird auch diese öfters als Schlupfstandort benutzt (besonders vertikale Strukturen, z.B. Schwanenblume Butomus umbellatus). Die Exuvien dieser Tiere konnten aber nur in Ausnahmefällen gesammelt werden. Exuvien wurden ab und zu auch an Spinnennetzen gefunden (G. vulgatissimus, C. splendens u.a.), wo sie vermutlich erfolgreich geschlüpft sind. Die ergiebigsten Fundorte für Exuvien der Kleinlibellen waren, wo vorhanden, Bootsbefestigungsanlagen. Diese werden von den Kleinlibellen als Schlüpfstandort rege benützt. Zugleich sind sie dort gut sichtbar und deshalb leicht auffindbar. Von den Grosslibellen konnte ich an den Bootsbefestigunslagen nur gerade eine Exuvie finden (Sympetrum striolatum). Diese Anlagen werden offenbar von den Grosslibellen gemieden. Im Blockwurf oder in der Ufervegetation sind Kleinlibellenexuvien recht schwierig zu finden. Calopteryx splendens macht hier wegen Ihrer Grösse eine Ausnahme. Im Vergleich zur Häufigkeit der Imagines wurde aber trotzdem nur eine geringe Zahl Exuvien gefunden.

 

5.      Diskussion

Die Aare weist im Untersuchungsgebiet, was Fliessgewässer betrifft, im schweizerischen Vergleich eine äusserst grosse Artenvielfalt und –dichte auf. Von keinem anderen eigentlichen Fliessgewässer in der Schweiz kenne ich weder aus eigener Erfahrung noch von anderen Libellenkundlern oder aus der Literatur eine so grosse Abundanz verschiedener Libellenarten wie hier. Dies ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass die Fliessgeschwindigkeit ziemlich langsam ist und andererseits das Wasser milde Temperaturen aufweist, da es aus dem Bielersee abfliesst. Die geschwungene Form des Flussbetts trägt das seine dazu bei, dass Stellen mit sehr unterschiedlicher Fliessgeschwindigkeit sich auf kleinem Raum abwechseln können und so das gleichzeitige Auftreten von Libellen mit verschiedenen Ansprüchen ermöglichen.

 

Ermöglicht wird die reichhaltige Libellenfauna aber erst durch die Wasservegetation, welche an den langsam fliessenden Abschnitten am ehesten auftritt. Erst wenn die submerse Vegetation bis an die Wasseroberfläche wächst, ermöglicht sie denjenigen Libellenarten die Fortpflanzung, die ihre Eier endophytisch (in Pflanzen) ablegen. Solche Pflanzen können einerseits an der Wasseroberfläche Teppiche bilden wie im Falle von Wasserpest Elodea canadensis, Ähriges Tausendblatt Myriophyllum spicatum, Hornblatt Ceratophyllum demersum, Laichkräuter Potamogeton und Algen (in Verbindung mit vorigen Arten) oder sie bieten andererseits vertikale Strukturen wie Schwanenblume Butomus umbellatus oder die Blütenstände vom Glänzenden Laichkraut Potamogeton lucens. Andere, unmittelbar am Ufer wachsende Pflanzen wie Igelkolben Sparganium, Schilf Phragmites australis und andere Gräser können ebenfalls als Eiablagesubstrat dienen sowie auch angeschwemmtes, hängengebliebenes Pflanzenmaterial. Sehr wichtig für solche, mit geeigneter Vegetation ausgestatteten Stellen ist die Sonneneinstrahlung. Durch hohe Ufervegetation beschattete Abschnitte werden von den Libellen meistens gemieden. Optimale Eiablageorte kommen nicht alle Jahre an den selben Stellen vor und dort wo sie vorhanden sind, oft erst im Verlauf des Sommers. Viele Libellen suchen diese günstigen Bereiche jeweils aktiv auf.

 

Ein Teil der jeweils anwesenden Libellen dürfte auf Zuwanderung von Stehgewässern zurückzuführen sein, was von Art zu Art aber sehr unterschiedlich ausfallen dürfte. Es ist schwer abzuschätzen, wie viele aus "eigener Produktion" stammen und wie viele zugewandert sind. Zu den Arten, die sich auch ohne stetige Zuwanderung von aussen halten können, gehören bestimmt Calopteryx splendens, Platycnemis pennipes, Cercion lindenii und Gomphus vulgatissimus, wahrscheinlich auch Enallagma cyathigerum und Ophiogomphus cecilia.

 

Gomphus vulgatissimus hat im UG im Vergleich zu anderen Ländern in Mitteleuropa eine spätere Flugzeit. Suhling & Müller (1996) schreiben: "Der Schlupf beginnt in Mitteleuropa früh im Jahr, je nach Wetterlage Ende April bis Mitte Mai und dauert nur wenige Wochen. (...) Die Flugperiode ist kurz. Spätestens Ende Juni fliegen meist keine Tiere mehr". In Sternberg & Buchwald (2000) wird die Hauptflugzeit mit Mitte Mai bis Mitte Juni angegeben: Die Beobachtungen im UG schliessen auf eine deutlich spätere Flugzeit. Der Schlupf beginnt Ende Mai und hat Mitte bis Ende Juni die grösste Intensität. Die wenigen beobachteten reifen Tiere wurden wie folgt festgestellt: 30.6. 1 Ind., 25.7. 2 Ind., 26.7. 2 Ind., 9.8. 1 Ind.

6.      Schutz

Die Libellen können im UG durch folgende Massnahmen gefördert werden:

 

Ø      Stehenlassen der Wasservegetation (diese ist besonders in der Nähe von Bootsanlegeplätzen gefährdet)

Ø      Vermeiden von hohem Wellenschlag durch Schiffe

Ø      Regelmässiges Auslichten der Ufervegetation insbesondere in Abschnitten mit Wasservegetation

 

Die Gewässerverschmutzung scheint in der heutigen Zeit für die Libellengemeinschaft im UG kein Problem mehr zu sein.

7.      Dank

René Hoess (Bern) kontrollierte einige meiner Bestimmungen von Kleinlibellenexuvien. Simon Capt vom CSCF, Neuchâtel hat mir Auskünfte über Gomphus vulgatissimus erteilt. Martina Eggenschwiler hat mich bei meinen Exkursionen oft begleitet und viel Geduld und Interesse gezeigt und zudem mein Manuskript begutachtet.

8.      Literaturverzeichnis

BELLMANN, H. (1987): Libellen, beobachten – bestimmen. Neumann-Neudamm

 

HEIDEMANN, H., SEIDENBUSCH, R. (1993): Die Libellenlarven Deutschlands und Frankreichs, Handbuch für Exuviensammler. Verlag Erna Bauer, Keltern

 

MAIBACH, A. & C. MEIER (1987): Verbreitungsatlas der Libellen der Schweiz (Odonata). CSCF, Centre suisse de cartographie de la faune, Neuchâtel

 

STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2. Ulmer, Stuttgart

 

SUHLING, F. & O. MÜLLER (1996): Die Flussjungfern Europas. Die Neue Brehm-Bücherei 628, Westarp Wissenschaften, Magdeburg

9.      Anhang

 

Tabelle 2: Wichtigste Häufigkeitsangaben im Artenvergleich

 

 

Exuvien

Imagines

Art

Total

Max. pro Jahr

Max. pro KmQ und Jahr

Anzahl KmQ mit Nachweis

Max. pro Jahr

Max. pro KmQ und Jahr

Anzahl KmQ mit Eiablage

Calopteryx splendens

350

117

77

33

3427

1635

14

Calopteryx virgo virgo

0

0

0

0

1

1

0

Lestes viridis

1

1

1

1

17

7

1

Platycnemis pennipes

35

24

11

7

134

35

13

Pyrrhosoma nymphula

0

0

0

0

3

1

0

Ischnura elegans

8

5

4

5

56

13

2

Enallagma cyathigerum

42

36

21

8

161

30

2

Coenagrion puella

0

0

0

0

29

23

2

Cercion lindenii

121

59

31

15

388

103

23

Erythromma najas

4

2

1

4

18

12

1

Erythromma viridulum

1

1

1

1

14

12

4

Aeshna mixta

0

0

0

0

6

4

0

Aeshna cyanea

0

0

0

0

5

2

0

Aeshna grandis

0

0

0

0

5

4

1

Anax imperator

1

1

1

1

15

5

8

Gomphus vulgatissimus

4479

2225

2063

54

82

51

0

Ophiogomphus cecilia

19

9

5

9

5

5

0

Onychogomphus forcipatus

0

0

0

0

1

1

0

Thecagaster bidentata

1

1

1

1

0

0

0

Somatochlora metallica

3

2

2

2

11

5

0

Libellula quadrimaculata

0

0

0

0

5

5

0

Libellula fulva

0

0

0

0

3

3

0

Orthetrum cancellatum

0

0

0

0

20

6

1

Crocothemis erythraea

0

0

0

0

1

1

0

Sympetrum vulgatum

0

0

0

0

2

2

1

Sympetrum striolatum

2

2

1

2

9

7

1

Sympetrum fonscolombii

0

0

0

0

1

1

0

 


 

Tabelle 3: Anzahl Exkursionen mit Libellennachweisen pro Km-Quadrat


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle 4: Anzahl beobachtete Arten pro Km-Quadrat


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Graue Flächen sind Km-Quadrate, die von der Aare durchflossen werden.

 

 

Tabelle 5: Standorte der Kraftwerke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
 

                                                                                                                                  Abbildung 1

 

                                                                                                                                  Rüti b.Büren,

                                                                                                                                  1.8.2000

 

                                                                                                                                  Grosser Pflanzen-

                                                                                                                                  teppich gebildet

                                                                                                                                  durch Wasserpest

                                                                                                                                  Elodea canadensis

                                                                                                                                 

                                                                                                                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 
Abbildung 2

 

Biberist,

26.8.2000

 

Häufigste Wasser-

Pflanzen auf dem

Bild: Wasserpest

Elodea canadensis,

Schwanenblume

Butomus umbellatus

 

 

 

 

 

 

 

  

 


 

                                                                                                                           Abbildung 3

 

                                                                                                                           Bellach, 6.7.2000

 

                                                                                                                           Kleinlibelle beim

                                                                                                                           Schlupfakt an

                                                                                                                           Spinnennetz

                                                                                                                           (die Exuvie

                                                                                                                           konnte nicht gesam-

                                                                                                                           melt und bestimmt

                                                                                                                           werden)

                                                                                                                          

 

 

 

 

 

 


 

                                                                                                                             Abbildung 4

 

                                                                                                                             Arch, 31.7.2001

 

                                                                                                                             Wasserplfanzen-

                                                                                                                             bestand im Vorder-

                                                                                                                             grund vorallem

                                                                                                                             gebildet aus

                                                                                                                             Wasserpest

                                                                                                                             Elodea canadensis

                                                                                                                             und Schwanenblume

                                                                                                                             Butomus umbellaus

                                                                                                                            

 

 

 

 

 

  


 

Abbildung 5

 

Arch, 30.7.2000

 

Ausschnitt von Abb. 4

(Vordergrund), Erytromma

najas frischgeschlüpft auf

Schwanenblume Butomus

umbellaus. Unterhalb der

Libelle ist die Exuvie zu

sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                     

                                                                                                                     

                                                                                                                      Abbildung 6

                                                                                                                     

                                                                                                                      Hasenmatt, 1400 m ü.M.,

                                                                                                                      Gemeinde Selzach,

                                                                                                                      31.8.1997

                                                                                                                     

                                                                                                                      Gomphus vulgatissimus

                                                                                                                      auf Gelbem Enzian

                                                                                                                      Gentiana lutea

                                                                                                                     

                                                                                                                     

                                                                                                                     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag vom 25. Februar 2004

 

Seit dem Erscheinen des Berichtes sind folgende Libellenarten zusätzlich nachgewiesen worden:

                                     

Plattbauch Libellula depressa

 

Kleine Königslibelle Anax parthenope

 

Südlicher Blaupfeil Orhetrum brunneum